Alice Schlichtiger leitet das Projektteam Massenspektrometrie bei Roche in Penzberg. Gemeinsam mit ihrem Team macht sie eine komplexe Messmethode massentauglich und verändert so Diagnostik und Behandlung.
Als Alice 2012 in der Forschung begann, war Laborroutine für sie Alltag, bis sie merkte, wie viel Potenzial ungenutzt blieb. „Ich wollte sehen, wie sich Forschung direkt auf Patient:innen auswirkt“, sagt sie. Doch Massenspektrometrie war kompliziert, aufwändig und nur wenigen Expert:innen vorbehalten. Das zu ändern wurde ihre Mission.
dauerte ein Analysezyklus bevor Alice und ihr Team das vollautomatische System entwickelten
Als andere Labore während der Pandemie an ihre Grenzen stießen, entschied sich Alice, einen unkonventionellen Weg zu gehen. Ihr Team verband erstmals Software‑Automatisierung mit Massenspektrometrie. Ein Ansatz, den zuvor niemand gewagt hatte. „Wir wussten, dass das Risiko groß war, aber das Potenzial größer“, erzählt sie. Der Durchbruch kam schneller als gedacht: Der erste vollautomatische Lauf funktionierte auf Anhieb und machte Forschung für den klinischen Alltag nutzbar.
Ohne ihr Team, sagt Alice, wäre es nie gelungen. 55 Menschen aus Forschung und Entwicklung arbeiteten parallel an Proben, Software und Workflow. „Wir lernen voneinander: Techniker:innen verstehen jetzt Laborsprache, Biolog:innen denken in Automatismen“, sagt sie lachend. Diese neue Zusammenarbeit machte den Unterschied und zeigte, wie Innovation Kultur prägt.
Die automatisierte Massenspektrometrie erlaubt erstmals große Probenmengen in kurzer Zeit zu analysieren. Und das mit höherer Genauigkeit, weniger Fehlern und einer Bearbeitungszeit, die von Wochen auf Stunden gesunken ist.
Patient:innen profitieren von schnelleren Ergebnissen, Labore von besserer Vergleichbarkeit. „Das bedeutet mehr Sicherheit für uns und für die behandelnden Ärzt:innen“, sagt Alice.
Bei der Massenspektrometrie werden Moleküle „gewogen“. Das Verfahren bestimmt, welche Substanzen und Mengen in einer Probe enthalten sind.
So lassen sich etwa Medikamentenspiegel, Hormone oder Vitamine präzise analysieren.
Was bisher hochspezialisierte Handarbeit war, wird durch Automatisierung zum robusten Routineverfahren.
Das Team überführt die Methode jetzt in das Routinelabor. Neue Massenspektrometer, Softwarelösungen und Trainings sollen bis 2026 flächendeckend einsatzfähig sein.
„Unser Ziel ist, dass jedes Labor die gleiche Qualität liefert, egal, wo auf der Welt“, erklärt Alice. Parallel testet das Team den Einsatz für weitere Krankheitsbilder wie Schilddrüsenerkrankungen und Epilepsien.
klinische Labore will Alice bis Ende 2026 schulen
Alice ist promovierte Biochemikerin, leitete mehrere EU‑Projekte zu Biosensoren und wechselte 2012 zu Roche. Sie verbindet wissenschaftliche Neugier mit praxisnaher Forschung. Privat liebt sie Bergtouren und klassische Musik „weil dort alles im Gleichgewicht ist.“
Besteht aus 55 Expert:innen von Software‑Entwicklung bis Analytik. Die Kolleg:innen verbindet jahrzehntelange Erfahrung mit Start‑up‑Mentalität: schnell denken, präzise handeln immer im Dienst der Patient:innen.
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