Die Roche Story "Ehrenamt = Ehrensache" stellt Kolleginnen und Kollegen vor, die sich neben ihrer Haupttätigkeit zusätzlich für Projekte und Menschen einsetzen - innerhalb und außerhalb von Roche. Ob als Ausbildungsbeauftragte, Suchthelferin, Mitglieder der Werkfeuerwehr oder in anderen wichtigen Funktionen gehen sie als Vorbild voran und sind Helfer aus Leidenschaft.

Marianne Endler, Communications Manager bei der Roche Pharma AG, gibt im südbadischen Schwörstadt ihre Leidenschaft für das Akkordeon weiter:

„Seit meinem sechszehnten Lebensjahr unterrichte ich Schülerinnen und Schüler in meiner Heimatstadt und habe selbst mit zehn Jahren begonnen zu spielen. Heute wirke ich einmal wöchentlich im Akkordeonorchester mit und unterrichte im selben Turnus jüngere Mitglieder. Jugendproben finden dann immer nachmittags statt, zu kindgerechten Zeiten. Wieviel Zeit ich für meine ehrenamtliche Tätigkeit aufbringe, das hängt immer davon ab, wieviel Gruppen ich unterrichte. Derzeit sind es drei Gruppierungen, darunter eine zweier Gruppe, eine Soloschülerin und eine Anfängergruppe mit zwei Schülerinnen. Insgesamt kommen wöchentlich so drei Stunden zusammen, in Spitzenzeiten waren es schon bis zu sechs Stunden. Für mein Ehrenamt steht mir ein Probenraum im Untergeschoss der Turnhalle Schwörstadt zur Verfügung: Gemeinsam spielen wir im Unterricht immer erstmal ein Stück, das die Kinder kennen, damit die Finger warm werden. Und dann geht’s an die Hausaufgabenkontrolle, denn ohne Übung geht es nicht. Dabei wird präsentiert, was zu Hause geübt wurde und wir schauen gemeinsam, was verbessert werden kann. Danach werden die Hausaufgaben für nächste Woche besprochen. Abschließend gibt es noch eine Übung ohne Akkordeon – beispielsweise Noten schreiben oder Rhythmusübungen mit meinen Klatschkarten.

Mit Freude musizieren
„Zum Repertoire gehören moderne Akkordeonstücke – durchaus auch mal rockig – aber auch Kinderliederklassiker wie ‚Summ Summ Summ‘, oder ‚Alle meine Entchen‘. Herausfordernd bei meinem Ehrenamt ist für mich die dauernde Motivation der Schüler sicherzustellen. Am Anfang haben viele eine große Begeisterung und finden alles ganz toll, bis der erste Durchhänger kommt – aber genau dann dran zu bleiben, wirklich weiter zu Hause zu üben und Spaß zu haben, das ist echt herausfordernd! Umso schöner ist es bei unserem Jahreskonzert die Schüler mit Freude auf unserer Bühne spielen zu sehen. Ganz am Anfang haben sie immer ihren Part, spielen dann wahlweise solo oder zusammen, in großer Orchesterrunde, mehrstimmig!“

Silvia Ringer ist ehrenamtliche Ansprechpartnerin für Mitarbeitende in Mannheim, die Fragen zum Thema Sucht und Suchtprävention haben.


Ein Feierabendbier oder das Glas Rotwein zum Essen sind in unserer Gesellschaft salonfähig. Aber wenn aus Genuss Verlangen wird, liegt möglicherweise eine Suchterkrankung vor. Silvia Ringer engagiert sich bei Roche in Mannheim als Suchtkrankenhelferin und ist oftmals die erste Anlaufstelle für Betroffene. Meistens wenden sich jedoch Kolleginnen und Kollegen an sie, die die Sorge haben, dass ein Mitarbeitender erkrankt ist. „Gehen Sie offen und fürsorglich auf den Süchtigen zu“, rät Silvia Ringer in solchen Fällen. „Eine Konfrontation ist wichtig, sollte aber ohne Vorwürfe und Unterstellungen geschehen.“ Ein gutes Vorgehen bestehe daraus, Suchterkrankten zu schildern, was man selbst beobachtet hat und als beunruhigend empfindet. Wie wichtig Hilfsangebote und Anlaufstellen für Suchtkranke sind, weiß Silvia Ringer aus eigener Erfahrung. Seit zehn Jahren ist die 50-Jährige nun trocken und hat die Alkoholsucht unter Kontrolle. „Ich habe selbst erlebt, wie schwierig das ist, deshalb möchte ich meine persönlichen Erfahrungen an andere weitergeben und sie auf diesem Weg unterstützen.“

Das Umfeld als wichtigste Stütze
Silvia Ringer arbeitet bereits seit 30 Jahren für Roche in der Produktion von Laborgeräten und weiß, welche große Rolle das Umfeld bei einer Suchterkrankung spielt. Dazu gehört neben den Kollegen und Vorgesetzten natürlich auch die Familie. Aus diesem Grund bietet sie an, die Familienmitglieder in ihre Beratung zu integrieren.

Zusätzlich zu ihrem Extraamt bei Roche leitet sie die Selbsthilfegruppe Nova Vita in Mannheim. Um das Thema Sucht stärker ins Bewusstsein zu rücken, plant Silvia Ringer eine Fotoausstellung auf dem Werkgelände. Der Zeitaufwand für ihr Ehrenamt ist sehr unterschiedlich. „Das hängt vom Bedarf ab, wenn jemand Beratung sucht, findet er bei den Suchtkrankenhelfern und Medizinischen Diensten immer ein offenes Ohr“. Vertraulichkeit hat dabei höchste Priorität: „Sie können uns alles erzählen – wir unterliegen der Schweigepflicht“, versichert sie.

Anna-Maria Holzapfel ist eine von 238 Sicherheitsbeauftragten am Standort Penzberg.

Salzsäure, Zyankali, HIV-positive Plasmen und Seren. So und ähnlich klingen die Stoffe, mit denen sich Anna-Maria Holzapfel täglich beschäftigt. Doch sie jagen ihr nicht etwa einen Schrecken ein, sondern wecken ihren Ehrgeiz. Denn Anna-Maria Holzapfel ist – neben ihrem Hauptjob als Biotechnikerin in der Herstellung von Kalibratoren und Kontrollen bei Roche Diagnostics in Penzberg – die Sicherheitsbeauftragte ihrer Abteilung. Sie unterstützt ihren Chef dabei, dass sich niemand infiziert, nichts passiert.

„Hunderte von Gefahrstoffen sind es, mit denen wir hier zu tun haben. Und genauso viele Regeln und Vorschriften gibt es“, erklärt die 32-Jährige. In ihrer Abteilung wird mit infektiösem „Humanmaterial“, mit Blutplasma erkrankter Menschen hantiert. Da ist die Sicherung der Produktionsabläufe und -umgebung extrem wichtig. In der Praxis heißt das auch: „Wo ist deine Schutzbrille“ oder „bitte Handschuhe anziehen!“. „Ich bin die, die immer nervt.“ Sie lacht. Und man muss mitlachen. Die Frau hat eine Gabe, das Thema Sicherheit mit Sympathie aufzuladen. Vielleicht hat ihr Chef sie deshalb 2009, kurz nachdem sie zu Roche gekommen war, zur Sicherheitsbeauftragten ernannt. Eine wichtige Voraussetzung für diese Aufgabe ist es, gewissenhaft und hartnäckig zu sein. Entsprechend akribisch arbeitet sich Anna-Maria Holzapfel bis heute – nach einem viertägigen Einführungsseminar der Abteilung Arbeitsschutz zu Beginn ihrer Tätigkeit – immer wieder aufs Neue in die Materie ein, bringt sich ständig auf den aktuellsten Stand der Gesetze, recherchiert, analysiert, dokumentiert.

Eine Ralley fürs Team
Zusammen mit ihrem Chef führt sie eine „Gefährdungsbeurteilung“ für ihre Abteilung durch – dokumentiert in einem rund 40-seitigen Dokument mit zahlreichen Gefährdungen und Schutzmaßnahmen. Und zweimal im Jahr unterstützt sie ihren Chef bei der Schulung ihrer Kolleginnen und Kollegen. Diese „Sicherheitsunterweisung“ hat sie zum Beispiel Zeichen als Ralley gestaltet – in Teams aufgeteilt mussten die Teilnehmer an verschiedenen Stationen die neuesten Sicherheitsfragen beantworten. Ein Erlebnis statt eines Vortrags – Anna-Maria Holzapfels Art, für Sicherheit zu sorgen. „Es ist ein toller Job, der einem was abverlangt, einen aber auch erfüllt.“

Claudia Zindler hilft als Ausbildungsbeauftragte, Auszubildende in der eigenen Abteilung zu betreuen.

Snooze-Funktion beim Wecker, um langsam in den Tag zu kommen? Kaffee zum Aufwachen? Braucht Claudia Zindler alles nicht. Die 29-Jährige gehört zu den Menschen, die morgens voller Tatendrang aus dem Bett springen. Was gibt’s zu tun, wo kann ich helfen? Das sei schon immer ihr Temperament gewesen, erzählt sie. Und so sei es eben auch noch heute – weshalb sie sich zusätzlich zu ihrer Tätigkeit als Laborassistentin in der Qualitätskontrolle bei Pharma Biotech in Penzberg auch noch als Ausbildungsbeauftragte und -koordinatorin engagiert. Und die Betriebssportgruppe Aerobic & Co leitet. Und in ihrer Freizeit zum Bergsteigen und Mountainbiken geht. Und ein absoluter Familienmensch ist. Und noch viel mehr.

Doch zurück zum Job: 2009 als biologisch-technische Assistentin zu Roche gekommen, übernahm sie nach nur wenigen Monaten – selbst erst 23 Jahre alt – die Aufgabe als Ausbildungsbeauftragte. „Meine Chefin erkannte, dass ich gerne Verantwortung übernehme und gut mit Menschen umgehen kann, vor allem mit jungen. So schlug sie mich für dieses Extraamt vor“, erinnert sich Zindler.
„Das hat mich total gefreut, und ich habe ohne Zögern zugesagt. Einfach, weil Engagement für mich selbstverständlich ist. Aber auch, weil ich selbst dabei weiterkomme.“

In internen Workshops bekam Zindler das Handwerkszeug für ihre neue Aufgabe mit – psychologisch-pädagogische Inhalte bis hin zu Arbeitsrecht und Jugendschutz. „Total spannend!“ Inzwischen begleitet die in Geretsried bei Penzberg lebende, mit einem Roche-Kollegen verheiratete Allgäuerin schon den vierten Schützling. Und: Seit Herbst 2015 ist sie zusammen mit einem Kollegen auch noch Ausbildungskoordinatorin für den Bereich Pharma Biotech in Penzberg – organisiert die gerechte Verteilung der Auszubildenden auf die verschiedenen Abteilungen.

„Ja, langweilig wird mir nicht“, schmunzelt sie. „Aber ich liebe es, jeden Tag neue Herausforderungen zu bewältigen.“ Für ihre oft erst 16-jährigen Auszubildenden ist Zindler zum Beispiel mehr als nur fachliche Expertin und Trainerin. Sie ist wohl vor allem ihre Mentorin. Und das bedeutet: nah dran sein, beobachten, einfühlen, das Gespräch suchen, auch mal emotional beistehen. „Ich helfe jungen Leuten fürs Leben zu lernen“, sagt sie. Da gehe es um Beziehung, Kommunikation, Entwicklung. Eine ganz tolle Aufgabe sei das. Eine Erfüllung.

Katrin Baur und Jörg Kastner unterstützen mit weiteren 45 Mitgliedern die Werkfeuerwehr in Penzberg.

Es ist eine Leidenschaft. Schon als Jugendliche waren Katrin Baur und Jörg Kastner bei der Freiwilligen Feuerwehr in ihren Heimatdörfern in Bayern. Und noch heute sind sie als Chemiewerkerin und Chemielaborant bei Pharma Biotech in Penzberg bei der Werkfeuerwehr engagiert. Sie sind Feuerwehrleute durch und durch. Immer. Tag und Nacht. Während der Arbeit, in ihrer Freizeit. Wenn der Piepser piepst, heißt es: Alles stehen und liegen lassen und ab in den Einsatz.

Die Arbeitsstelle muss das natürlich zulassen. Vorgesetzter und Kollegen müssen mitspielen. Aber das tun sie auch. Denn sie wissen, wie wichtig dieses Extraamt ist. „Und wir können gar nicht anders“, sagen Baur und Kastner. „Das mit dem Retten hat man irgendwie in den Genen.“

Was ist so reizvoll daran? Die 32-Jährige und der 36-Jährige erwähnen die Sache mit dem Adrenalin. „Man weiß nie, was auf einen zukommt. Unter Umständen geht es um Leben und Tod, häufig um enorme Sachwerte, auf jeden Fall um die Sicherheit von Roche, unseren Arbeitsplatz.“ Kastner erinnert sich etwa an die Rettung eines in einem Aufzugschacht steckengebliebenen Mitarbeitenden. „Wir mussten von oben den Aufzugkorb sichern und in den Schacht absteigen. Das war technisch herausfordernd, aber auch psychologisch, denn es galt, Panik zu vermeiden.“


Perfekte Koordination
Für Baur war das Hochwasser auf dem Werksgelände im Jahr 2012 prägend. „Innerhalb kürzester Zeit stand da wegen Regens alles unter Wasser, das war Wahnsinn. Wir mussten überall gleichzeitig sein, bestmöglich koordinieren. Und wir haben bis Mitternacht gearbeitet, gepumpt und geräumt, schier Unglaubliches geschafft.“

Stressresistenz, Teamfähigkeit und Hands-on-Mentalität nennen Baur und Kastner als Voraussetzungen, die man mitbringen sollte zur Feuerwehr. Der Job verlangt einem ganz schön was ab, das ist klar. Aber man bekommt auch viel zurück dafür. Fähigkeiten und Freundschaften. Kastner fasziniert, „wie toll so ein Team bei der Feuerwehr funktioniert. Wie die Leute hundertprozentig kooperieren, alles perfekt ineinandergreift.“ Da könne man viel für die Arbeit lernen. Und Baur erwähnt das kollegiale Miteinander. „Wir sind eine starke Community.“

Matthias Reinhard koordiniert als Rettungsleiter im Rettungsdienst und Bevölkerungsschutz die Rettungsteams, die die Verletzten medizinisch versorgen.


Als Zehnjähriger hat er einen Wunsch: Matthias Reinhard möchte Mitglied der Jugendwehrfeuerwehr werden. Weil er dafür aber noch zu jung ist, entscheidet er sich kurzerhand für das Jugendrotkreuz Dossenheim, „eine Fügung des Schicksals“, wie Reinhard es heute nennt. Das ist nun 28 Jahre her und Matthias Reinhard übt mittlerweile zahlreiche Funktionen in seinem Ehrenamt aus. Als Zugführer im Bevölkerungsschutz, Einsatzleiter im Rettungsdienst und Mitglied des DRK-Führungsstabs versorgen er und seine Teams Verletzte bei Häuserbränden, Verkehrsunfällen oder Großveranstaltungen. Das beinhaltet auch regelmäßigen Bereitschaftsdienst in der Nacht. Beruf, Familie und Ehrenamt unter einen Hut zu bekommen, das ist eine große Herausforderung für den 37-Jährigen. Dennoch ergänzen sich seine Tätigkeit als Notfallsanitäter und Teamleiter der Assistenten bei Roche und sein Ehrenamt gut, wie Reinhard berichtet. Fortbildungen und Erfahrungen aus dem Ehrenamt bringen ihn im Job weiter – und umgekehrt. Wichtig ist, dass seine Frau und sein kleiner Sohn Verständnis dafür haben, wenn der Familienvater kurzfristig ausrücken muss, um beispielsweise die Unterbringung von 1000 Flüchtlingen in 24 Stunden mit zu organisieren.

Die Welt aus anderen Blickwinkeln sehen
Die Erfahrungen, die Reinhard bei seinen Einsätzen sammelt, sind jedoch einzigartig. „Durch das Ehrenamt habe ich gelernt, mich mit verschiedenen Menschen auseinanderzusetzen und konstruktiv an einer Lösung zu arbeiten, wie zum Beispiel beim Elbehochwasser“, berichtet Reinhard. „So lernt man, die Dinge aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu sehen und sich an die Bedingungen vor Ort anzupassen.“ Neben seiner Tätigkeit bei Roche und seinem Ehrenamt beim Roten Kreuz war der 37- Jährige auch schon nebenberuflich mit der DRF Luftrettung unterwegs. In 65 Einsatzländern, darunter Bürgerkriegsländer und Krisengebiete, versorgte er Patienten während des Transports im Flugzeug (AirMedEvac). So musste beispielsweise während des Irakkriegs ein verwundeter US-Soldat von Kuweit nach Deutschland geflogen werden. Als ein besonderes Erlebnis empfindet Reinhard auch den Einsatz während eines Konzertes auf dem Hockenheimring. „Mit seinem Team für 100.000 Menschen mit verantwortlich zu sein, dieses Gefühl ist etwas Besonderes.

Silke Münkel und Jessica Zech sind ehrenamtliche Ergo-Scouts am Standort Mannheim.

Terra-Bänder und Igelbälle sind für Jessica Zech und Silke Münkel wichtiges Handwerkszeug. Für ihre Arbeit im Casino benötigen die beiden Frauen, die im Koordinationsbüro und an der Kasse tätig sind, diese Utensilien allerdings nicht. Dennoch werden die Sportgeräte jeden Montag und Mittwoch ausgepackt – und das bereits seit vier Jahren. Jessica Zech und Silke Münkel sind Ergo-Scouts und sorgen bei den Mitarbeitenden des Casinos in Mannheim für ausreichend Bewegung. Die Idee, sich zum Ergo-Scout ausbilden zu lassen, kam auf, als immer mehr Köche und Mitarbeitende in der Küche über Rückenprobleme klagten. Jetzt leiten die beiden zweimal in der Woche ihre Kolleginnen und Kollegen zu sportlichen Übungen an, bei schönem Wetter auf der Casinowiese, ansonsten im Wintergarten. Auf dem Programm für die im Schnitt vier bis 15 Teilnehmenden stehen dabei Lockerungs- und Kraftübungen aber zum Beispiel auch Augenyoga zum Entspannen.„Es macht richtig Spaß, unser Team zum Sport zu motivieren“, findet Jessica Zech und Silke Münkel ergänzt: „Die Kolleginnen und Kollegen sind sehr dankbar für die sportliche Auszeit.“

Stärkung des Teamgeists
Die Übungen helfen nicht nur bei Rückenschmerzen, auch der Teamgeist werde so gestärkt. Zu der guten Stimmung im Team trägt darüber hinaus bei, dass sie zusammen regelmäßig an Firmenläufen teilnehmen. Für Silke Münkel ist das sportliche Extraamt nichts Neues. 20 Jahre lang brachte sie Kindern das Tanzen bei. Auch Jessica Zech engagiert sich in ihrer Freizeit. Sie ist im Förderverein der Schule ihrer Tochter aktiv. Ihre Haupttätigkeiten im Mannheimer Casino und das Extraamt lassen sich gut vereinen, berichten beide Frauen. Dies hänge auch mit der großen Unterstützung ihres Vorgesetzten zusammen.

„Die ‚Trainingseinheiten‘ sind immer sehr abwechslungsreich, es wird nie langweilig“, erzählt Jessica Zech. Dies macht für die 29-Jährige den Reiz des Extraamts aus. Bei der Frage, welche Fähigkeit man als Ergo-Scout mitbringen sollte, sind sich beide Frauen einig: „Offenheit ist ganz wichtig! Und natürlich Freude an Bewegung“.

Lea Bonnington unterstützt und begleitet Menschen, die in Deutschland Schutz suchen.

Sie hatte ein Schlüsselerlebnis auf der Heimreise vom Campingurlaub in Kroatien. Unterwegs mit Mann und 4-jährigem Sohn machte sie Halt an einer Autobahnraststätte – ein Schock: Der gesamte Parkplatz war voller Menschen, die auf dem Boden saßen und lagen, kleine Kinder schliefen auf dem nackten Beton, überall war Müll. „Das hat mich getroffen“, erzählt Lea Bonnington. In diesem Moment war für sie ein bisher fernes Leid mitten in Deutschland angekommen, in diesem Moment wusste sie: „Ich muss helfen.“
Zurück in Penzberg fing sie sofort damit an. Sie recherchierte und telefonierte wo und wie es nur ging, nahm Kontakt zu gerade erst entstehenden Helferkreisen von München bis Murnau auf und organisierte Kleider und alle möglichen anderen Dinge, die sofort und an verschiedenen Stellen dringend für Flüchtlinge gebraucht wurden. Das war harte Arbeit. Nachts und an den Wochenenden. Zusätzlich zu ihrer Tätigkeit als promovierte Chemikerin in der Medikamentenentwicklung von Roche Penzberg, zusätzlich zu Haushalt und Kind. E-Mails schreiben, auf Facebook kommunizieren, Excellisten verwalten, Kleider sichten, waschen, sortieren, Möbel in den VW-Bus hieven und hierhin und dorthin fahren, das Gespendete abliefern, teils über hundert Kilometer entfernt. Und es wurde alles immer mehr. Irgendwann machte sie auch noch zweimal die Woche Dienst bei den ZOB Angels, die am Zentralen Busbahnhof in München Hilfe leisteten, und bastelte dort mit Kindern in einer Gemeinschaftsunterkunft.Sie hatte ein Schlüsselerlebnis auf der Heimreise vom Campingurlaub in Kroatien. Unterwegs mit Mann und 4-jährigem Sohn machte sie Halt an einer Autobahnraststätte – ein Schock: Der gesamte Parkplatz war voller Menschen, die auf dem Boden saßen und lagen, kleine Kinder schliefen auf dem nackten Beton, überall war Müll. „Das hat mich getroffen“, erzählt Lea Bonnington. In diesem Moment war für sie ein bisher fernes Leid mitten in Deutschland angekommen, in diesem Moment wusste sie: „Ich muss helfen.“

Ein großes Herz
Woher nimmt sie die Kraft dafür? „Energie habe ich genug“, sagt die 43-Jährige. Trotzdem, die Arbeit kann auch belastend sein, gibt sie zu. Und wenn sie davon spricht, vom Leid der Kinder vor allem, dann treten ihr Tränen in die Augen. Lea Bonnington, das merkt man schnell, ist ein Mensch mit einem großen Herz. Sich für eine bessere Welt einzusetzen, das war schon immer ihr Ding. Mit 16 gründete die Neuseeländerin, die 2003 über ein Forschungsstipendium nach Deutschland kam, eine Amnesty International Gruppe an ihrer Highschool. Dann machte sie bei Greenpeace und in anderen Umweltgruppen mit und half an der Uni als Tutorin Studenten, die in Schwierigkeiten waren. Ihre Überzeugung, ihr Beweggrund: „Jeder Mensch auf dieser Welt hat unabhängig von seiner Herkunft und Weltanschauung ein Recht auf die Erfüllung seiner Grundbedürfnisse und freie Entfaltung. Dass ich in meinem Leben diese Freiheit habe, empfinde ich als großes Glück. Und ich halte es deshalb für meine Pflicht, denen zu helfen, die benachteiligt sind.“ Freiwillige Arbeit für die Gesellschaft ist für Lea Bonnington ein unersetzlicher demokratischer Akt: „Man gestaltet damit die Gemeinschaft, in der man leben will.“

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