Klinische Studien sind mehr als Forschung - sie sind ein Hebel für Versorgung, Innovationskraft und Standortstärke zugleich. In einer Zeit, in der im Gesundheitswesen vor allem über Kostendruck diskutiert wird, lohnt der Blick auf die Chancen: Klinische Forschung kann Patient:innen früheren Zugang zu potenziellen neuen Therapieoptionen ermöglichen, den medizinischen Fortschritt beschleunigen und Wertschöpfung im Land halten. Die aktuelle IGES-Analyse zeigt, welches volkswirtschaftliche Potenzial entsteht, wenn klinische Forschung in Deutschland schneller, planbarer und im Alltag verlässlicher umsetzbar wird.

Für Patient:innen

Es gäbe da eine Studie … warum dieser Satz Leben verändern kann

Wenn es um schwere Erkrankungen geht, zählt oft auch Zeit. Klinische Studien können Patient:innen Zugang zu potenziellen Therapieoptionen eröffnen, die außerhalb von Studien (noch) nicht verfügbar sind - begleitet von spezialisierten Teams und klaren Sicherheitsregeln. Gleichzeitig sind Studien streng reguliert und patientenzentriert: transparente Aufklärung, klare Standards und das Recht, jederzeit Nein zu sagen oder auszusteigen. Was häufig fehlt, ist verständliche Orientierung: Was bedeutet Teilnahme konkret - im Alltag, in meiner Situation?

3 Kernpunkte:

  • Früherer Zugang: Studien können zusätzliche Optionen eröffnen - in einem wissenschaftlich kontrollierten Rahmen.

  • Vertrauen durch Transparenz: verständliche Aufklärung senkt Hemmschwellen und baut Mythen ab.

  • Mehr Beteiligung ermöglichen: Information und Auffindbarkeit sind Schlüssel, damit Interesse auch wirklich zu Teilnahme werden kann.

Snackable Science: „Es gäbe da eine Studie …“

Ein Satz im Behandlungszimmer kann alles verändern: „Es gäbe da eine Studie, die für Sie passen könnte.“ In unserer Snackable-Science-Ausgabe zeigen wir, warum dieser Satz viel zu selten fällt – und was Patient:innen und Behandler:innen brauchen, damit Studien im Alltag leichter zur Option werden: Orientierung, Vertrauen und klare Wege.

Für die Forschung

Tempo, Qualität, internationale Wettbewerbsfähigkeit

Deutschland hat starke Kliniken und hohe wissenschaftliche Qualität und trotzdem hat der Standort bei klinischen Studien an Attraktivität verloren. Der Anteil der in Deutschland rekrutierten Patient:innen an globalen klinischen Prüfungen ist von ca. 4,5 % (2014) auf ca. 3 % (2024) gefallen. Gleichzeitig gibt es Rückenwind: Politische Maßnahmen setzen Impulse - entscheidend ist nun die konsequente Umsetzung, damit aus Frühindikatoren messbare Effekte werden.

Was bremst – und was ist lösbar: Die größten Bremsen sind nicht „zu hohe Kosten“, sondern Bürokratie (u. a. Vertrags-/Budgetverhandlungen) und Personalmangel in Studienzentren. Wenn Studien später starten, verlieren Zentren Tempo, Erfahrung und Patient:innen warten länger auf Innovationen. Genau deshalb zählen Lösungen, die im Alltag wirken: klare Prozesse, ausreichende Kapazitäten und digitale Abläufe, die wirklich entlasten.

3 Hebel:

  • Zentren stärken: qualifiziertes Studienpersonal und verlässliche Strukturen.

  • Planbarkeit erhöhen: weniger Schleifen in Verträgen/Budgets, klarere Standards.

  • Digital durchgängig werden: Prozesse, die Rekrutierung und Dokumentation erleichtern.

Fazit

Die Studie zeigt:

Eine gezielte Stärkung Deutschlands als Standort für klinische Forschung kann große wirtschaftliche Potenziale erschließen, nachdem Wettbewerbsnachteile durch lange Genehmigungen und Rekrutierungsprobleme entstanden sind.

Im Potenzialszenario ist die Bruttowertschöpfung bis 2045 um 16 % höher – mit mehr Beschäftigung, zusätzlichen Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen sowie steigenden Konsumeffekten. Auch Gesundheitsinnovationen schaffen weitere Jobs.

Günstigere Rahmenbedingungen sind schnellere Genehmigungen, standardisierte Verträge, bessere digitale Infrastruktur, effizientere Patientenrekrutierung, mehr Forschungskapazitäten und stärkere öffentliche Förderung.

Downloads & Kontakt

Hier finden Sie das IGES-Gutachten* und das Zahlenblatt im Überblick:

*Disclaimer zu Methodik und Transparenz: Die IGES-Analyse arbeitet mit Szenarien (Trend/Basis vs. Potenzial) und weist Bandbreiten aus. Sie zeigt damit Potenziale und Größenordnungen - keine Garantie oder exakte Prognose. Werte sind in Preisen des jeweiligen Jahres ausgewiesen; Effekte sind nicht einfach additiv zu interpretieren. Transparenz ist Teil der Glaubwürdigkeit: Deshalb stellen wir Gutachten und Zahlenblatt vollständig zur Verfügung.

Für Rückfragen zur Studie, zur Methodik oder zum Thema klinische Forschung in Deutschland sind wir gern ansprechbar:

IGES Institut GmbH

Dr. Martin Albrecht
Geschäftsführer

Phone +49 30 230 809 75
Fax +49 30 230 809 11
martin.albrecht@iges.com
www.iges.com

Roche Pharma AG

Dr. Tobias Hackmann
Excellence Lead Industrielle Gesundheitswirtschaft


Mobile: +491726367159
tobias.hackmann@roche.com

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