Herzinsuffizienz ist eines der häufigsten Syndrome im höheren Lebensalter. Die Anzahl der Patient:innen, die aufgrund einer Herzschwäche im Krankenhaus behandelt werden müssen, steigt jährlich.¹ Die gute Nachricht: Je früher eine Herzschwäche erkannt wird, desto besser ist sie behandelbar. Die Diagnostik bietet Ärzt:innen die Möglichkeit, mit einem Bluttest frühzeitig einen entscheidenden Hinweis zu bekommen und aktiv zu werden.

Jetzt liegt es an uns allen, diese Chance zu nutzen. Müde? Kurzatmig? Geschwollene Beine? Wenn wir erste Anzeichen einer Herzinsuffizienz bei uns selbst, bei unseren Eltern oder Großeltern beobachten, gilt es zu handeln und sich bei einer Ärztin oder einem Arzt untersuchen zu lassen. Lasst uns aufeinander achten und offen über das Thema sprechen. Für uns und unsere Lieben.

In Deutschland leiden fast 4 Millionen Menschen an einer Herzschwäche.²

Es gibt einen Bluttest, der den Ausschluss einer Herzinsuffizienz unterstützt.

Jeder zweite Mensch mit Typ-2-Diabetes entwickelt eine Herzschwäche.³

Geschwollene Beine, Kurzatmigkeit und Müdigkeit sind typische Symptome.

Das Herz pumpt das Blut durch unseren Körper und versorgt ihn mit Sauerstoff und Nährstoffen. Bei einer Herzinsuffizienz – auch Herzschwäche genannt – wird diese Versorgungsfunktion schwächer, weil die Pumpleistung des Herzens abnimmt. Das Herz muss mehr leisten als normalerweise. Da die Organe nun weniger mit Sauerstoff versorgt werden, sinken körperliche Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden.

Gut zu wissen: Eine Herzinsuffizienz beginnt oft mit milden Symptomen und ist daher schwer zu erkennen. Deshalb ist es besonders wichtig, gut auf uns selbst und auf unsere Lieben zu achten. Symptome wie Kurzatmigkeit, Atembeschwerden in der Nacht, geschwollene Knöchel, chronische Müdigkeit oder körperliche Leistungsschwäche sind Warnsignale, über die man unbedingt mit der Ärztin bzw. dem Arzt sprechen sollte.

Kurzatmigkeit 

Leistungsschwäche und chronische Müdigkeit

Trockener Husten

Geschwollene Knöchel (Ödeme)

Bei einer Herzinsuffizienz schafft es das Herz nicht mehr, lebenswichtige Organe mit ausreichend Blut zu versorgen. Zu Beginn versucht der Körper, die verringerte Pumpleistung auszugleichen. Dies kann zu einer Überbeanspruchung und einer Vergrößerung des Herzens führen. Das Herz wird immer weiter geschwächt und versucht gleichzeitig mehr zu leisten.

Konkret werden diverse Botenstoffe – beispielsweise Stresshormone – ausgeschüttet, um die Herzschwäche auszugleichen: Die Gefäße verengen sich, die Schlagfrequenz nimmt zu und der Blutdruck steigt. All dies geschieht, weil der Körper versucht, die abnehmende Pumpleistung auszugleichen. Im Akutzustand ist das lebensnotwendig und sinnvoll, aber auf Dauer schädigt dies den Herzmuskel noch mehr und die Pumpleistung des Herzens nimmt immer weiter ab.⁷⁻⁹

Eine Herzschwäche kann verschiedene Ursachen haben. Auch Vorerkrankungen tragen dazu bei, das Herz zu schwächen. Besonders Menschen mit Typ-2-Diabetes haben eine erhöhte Gefahr an einer Herzinsuffizienz zu erkranken. Ihr Herz und ihre Gefäße sind durch die Stoffwechselstörung bereits belastet, was unter anderem zu Veränderungen am Herzmuskel und letztlich einer chronischen Herzinsuffizienz führen kann. Neben Diabetes zählen auch Fettstoffwechselstörungen, Bluthochdruck und koronare Herzerkrankungen, wie Arterienverkalkungen, zu den Risikofaktoren für die Entwicklung einer Herzschwäche.¹⁰

Beim Verdacht auf Herzinsuffizienz gilt: Je früher sie erkannt wird, desto besser kann sie behandelt werden. Wenn typische Anzeichen und entsprechende Vorerkrankungen vorliegen, kann die Ärztin oder der Arzt einen Bluttest machen, um den Verdacht zu erhärten oder auszuräumen. Deutet der Test auf eine Herzinsuffizienz hin, erfolgt meist die Überweisung an Kardiolog:innen zur weiteren Abklärung der Ursache mittels einer Echokardiografie – einer Ultraschalluntersuchung des Herzens.

Die gute Nachricht: Es gibt heute zahlreiche Therapiemöglichkeiten, die besonders wirksam sind, wenn sie zu Beginn einer Herzinsuffizienz eingesetzt werden. Diese haben in den meisten Fällen zum Ziel, Beschwerden zu lindern und das Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen. Auch wenn Herzinsuffizienz heute leider noch nicht heilbar ist, kann man so die eigene Belastbarkeit und Lebensqualität weitgehend zurückgewinnen.¹¹

Mit einem modernen Bluttest, kann der Arzt bzw. die Ärztin bei einem normalen Ergebnis ausschließen, dass eine Herzinsuffizienz vorliegt.

Ist der Wert des Bluttests erhöht, kommt die Echokardiografie (auch Herzecho oder Schluckecho genannt), eine Ultraschalluntersuchung des Herzens, zur weiteren Abklärung zum Einsatz.

Man kann nicht wirklich voraussagen, wer von uns an einer Herzschwäche erkrankt. Es gibt jedoch verschiedene Dinge, die man tun kann, um das persönliche Risiko zu senken:¹²⁻¹³

  • Auf eine herzgesunde Ernährung mit wenig Fett, viel Obst und Gemüse etc. setzen.

  • Auf Nikotin und übermäßigen Alkoholgenuss verzichten.

  • Sich viel bewegen und Sport treiben.

  • Stress reduzieren und auf regelmäßige Entspannung setzen.

  • Übergewicht vermeiden.

  • Vorsorgeuntersuchungen nutzen.

Dr. Klaus Edel, Chefarzt Kardiologische Rehabilitation im Herz-Kreislauf-Zentrum Rotenburg an der Fulda, im Gespräch mit Winfried Klausnitzer, selbst langjähriger Patient und im Vorstand des Dachvereins Herzschwäche Deutschland, zur Bedeutung der Früherkennung bei Herzinsuffizienz, auf welche Symptome man achten sollte und was sich in Deutschland ändern muss.

Menschen mit Typ-2-Diabetes haben ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen, insbesondere Herzinsuffizienz. Jede/r zweite Typ-2-Diabetiker entwickelt im Lauf des Lebens eine Herzschwäche. Sie erkranken im Schnitt auch in einem jüngeren Alter an Herzinsuffizienz.

Man kann nicht wirklich voraussagen, wer von uns an einer Herzschwäche erkrankt. Es gibt jedoch verschiedene Dinge, die man tun kann, um das persönliche Risiko zu senken: 

  • Auf eine herzgesunde Ernährung mit wenig Fett, viel Obst und Gemüse etc. setzen.

  • Auf Nikotin und übermäßigen Alkoholgenuss verzichten.

  • Sich viel bewegen und Sport treiben.

  • Stress reduzieren und auf regelmäßige Entspannung setzen.

  • Übergewicht vermeiden.

  • Vorsorgeuntersuchungen nutzen.

Eine Herzinsuffizienz kann leider nach aktuellem Stand der Medizin nicht geheilt werden, aber sie ist heute gut behandelbar. Je früher eine Herzschwäche erkannt wird, desto besser sind die Erfolgschancen einer Therapie. 

Ziel der Behandlung ist es, das Fortschreiten der Erkrankung so lange wie möglich hinauszuzögern und die Symptome zu lindern, damit Patientinnen und Patienten ihre Belastbarkeit und Lebensqualität möglichst zurückgewinnen. Je nach Art und Stadium der Herzinsuffizienz kann eine medikamentöse oder chirurgische Therapie sinnvoll sein.

Es gibt einige Studien, die darauf hindeuten, dass das Risiko für eine Herzschwäche nach einer COVID-19-Infektion steigt. Nach einer überstandenen COVID-19-Infektion sollten Betroffene besonders achtsam sein und ihre Ärztin bzw. ihren Arzt zur weiteren Abklärung aufsuchen, wenn Symptome wie körperliche Schwäche, Müdigkeit, Herzrasen oder Atemnot auftreten.

Quellen:

  1. Cardiovascular Disease and Risk Management: Standards of Medical Care in Diabetes 2019. Diabetes Care (2019); 42(Suppl.1):S103–S123

  2. Theresa A. McDonagh et al. 2021 ESC Guidelines for the diagnosis and treatment of acute and chronic heart failure. Eur Heart J (2021); 42, 36, 3599–3726

  3. Ponikowski, P. et al. (2016). Eur. Heart J, 37(27):2129-2200.

  4. Schütt et al. 2022; Die Kardiologie, online 18. Juli 2022

  5. Tachycardia, Fast Heart Rate (2016, Oct 16). Retrieved from:

  6. Dilated Cardiomyopathy (DCM). Retrieved from:

  7. Hypertrophic Cardiomyopathy (2016, Oct 16). Retrieved from:

  8. MCDonagh et al. Eur J Heart Fail. 2022;24(1):4-131.

  9. Fonseca C: Diagnosis of heart failure in primary care. Heart Fail Rev (2006); 11:95-107

  10. McDonagh et al. Eur J Heart Fail. 2022;24(1):4-131

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