Chlamydien, HPV oder Tripper – sexuell übertragbare Infektionen sind so vielfältig wie die Fragen, die sie aufwerfen. Wer gut informiert ist, kann mögliche Symptome besser einordnen, Risiken realistisch einschätzen und informierte Entscheidungen für die eigene sexuelle Gesundheit treffen.
Denn viele STIs lassen sich gut behandeln – besonders wenn sie früh erkannt werden. Deshalb gilt: aufmerksam bleiben, offen darüber sprechen und bei Bedarf zum Check gehen.
Vereinbare jetzt einen Termin bei deiner Ärztin bzw. deinem Arzt und mach den Test.
Sexuelle Gesundheit ist mehr als frei von Geschlechtskrankheiten zu sein. Die WHO beschreibt sie als das körperliche, emotionale, mentale und soziale Wohlbefinden rund um Sexualität.¹
Dazu gehört auch, sexuell übertragbaren Infektionen vorzubeugen, sie früh zu erkennen und - wenn nötig - behandeln zu lassen.
Reden statt Raten: Sprich offen über Wünsche, Grenzen, Verhütung und STI-Tests.
Auf deinen Körper hören: Achte auf Veränderungen und lass Beschwerden frühzeitig abklären.
Vorsorge normalisieren: Nutze STI-Tests und andere Vorsorgeangebote, die zu deiner persönlichen Situation passen.
Täglich stecken sich mehr als eine Million Menschen weltweit mit einer von vier heilbaren Geschlechtskrankheiten - Chlamydien, Gonorrhö, Syphilis oder Trichomoniasis - an. Ein guter Grund, bei STIs genauer hinzuschauen:
Mit 213.443 Fällen waren Chlamydien 2024 die am häufigsten gemeldete bakterielle STI in der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum.²
Ende 2024 waren es schätzungsweise 97.700. Dank moderner Therapien können Menschen mit HIV heute meist ein langes und gutes Leben führen.³
Die Melderate für Gonorrhö – umgangssprachlich Tripper – ist in der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum seit 2015 um 303 % gestiegen.²
2024 wurden in der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum 106.331 Fälle gemeldet – so viele wie nie zuvor innerhalb der vergangenen zehn Jahre.²
2024 wurden in der EU und im Europäischen Wirtschaftsraum 45.577 Syphilis-Fälle gemeldet – mehr als doppelt so viele wie 2015.²
Auf Instagram findest du Fakten, Mythen-Checks und Wissenswertes rund um sexuelle Gesundheit und Frauengesundheit. Jetzt @gehzumcheck folgen!
HPV, Hepatitis, Tripper: Schon mal gehört, aber was genau war das noch mal? Hier findet ihr einen Überblick über die wichtigsten STIs, ihre Symptome, mögliche Folgen und Testmöglichkeiten. Viele sexuell übertragbare Infektionen lassen sich gut behandeln – vor allem, wenn sie früh erkannt werden.
... sind Bakterien, die sich als Parasiten in die Schleimhautzellen von Harnröhre, Gebärmutterhals, Enddarm oder Rachen einnisten.
Symptome: oft keine, ansonsten u.a. Ausfluss & Juckreiz im Genitalbereich
Folgen (unbehandelt): u.a. Entzündung der Geschlechtsorgane, Unfruchtbarkeit
Test: Abstrich, Urintest
… wird von Bakterien ausgelöst, die u. a. die Schleimhäute von Harnröhre und Gebärmutterhals befallen.
Symptome: Entzündungen mit Jucken, Brennen, Eiterbildung
Folgen (unbehandelt): u. a. Unfruchtbarkeit
Test: Abstrich, Urintest
… ist eine Virusinfektion, die zu einer Entzündung der Leber führen kann.
Symptome: oft keine, ansonsten u. a. Appetitlosigkeit, Übelkeit, Fieber, Gelbsucht
Folgen (unbehandelt): u. a. Leberzirrhose, Leberkrebs
Test: Bluttest
… bedeutet „humanes Immundefizienz-Virus“ und greift das Immunsystem an.
Symptome: grippeähnliche Beschwerden kurz nach Ansteckung, später über Jahre keine Symptome
Folgen (unbehandelt): u. a. Immunschwächekrankheit AIDS
Test: Bluttest
… steht für Humane Papillomviren, die je nach Typus verschiedene Erkrankungen auslösen können.
Symptome: oft keine, bei Feigwarzen u. a. Jucken
Folgen (unbehandelt): u. a. Gebärmutterhalskrebs, Feigwarzen
Test: Pap- und HPV-Test
… ist eine durch Bakterien leicht übertragbare Krankheit, die den ganzen Körper betrifft.
Symptome: u. a. Geschwüre, Ausschlag, Kopf- und Gliederschmerzen
Folgen (unbehandelt): u. a. schwere Nervenschäden
Test: Bluttest
… ist ein Bakterium, das Infektionen in Harnröhre, Gebärmutterhals oder Becken auslösen kann.
Symptome: oft keine, sonst Ausfluss, Schmerzen beim Wasserlassen und im Unterbauch
Folgen (unbehandelt): u. a. Entzündungen der Geschlechtsorgane, Unfruchtbarkeit
Test: meist Urinprobe, ggf. Abstrich
… ist ein einzelliger Parasit, der Infektionen der Geschlechtsorgane verursachen kann.
Symptome: oft keine, sonst Juckreiz, schaumiger, gelbgrüner, übelriechender Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen
Folgen (unbehandelt): u. a. erhöhtes Risiko für weitere Infektionen, Komplikationen in der Schwangerschaft
Test: Urinprobe oder Abstrich, zusätzlich gibt es Schnelltests, die in der Praxis durchgeführt werden können
… ist eine Infektion mit Herpes-simplex-Viren. Einmal infiziert, bleibt das Virus lebenslang im Körper.
Symptome: allgemeines Krankheitsgefühl, leichtes Fieber, Brennen/Schmerzen im Genitalbereich
Folgen (unbehandelt): wiederkehrende Beschwerden, chronische Schmerzen
Test: Abstrich aus der betroffenen Stelle und PCR-Test auf Virus-DNA
… wird durch das Bakterium Haemophilus ducreyi verursacht. Typische Stellen der Infektion sind an Vulva, Gebärmutterhals oder Damm.
Symptome: Nach 3–7 Tagen entstehen im Genitalbereich kleine Knötchen, Pusteln und schmerzhafte Geschwüre.
Folgen (unbehandelt): u. a. Ausbreitung der Infektion, Narbenbildung
Test: PCR-Test aus einem Abstrich der Wunde
Sexuell übertragbare Infektionen können sich ganz unterschiedlich bemerkbar machen – je nachdem, welcher Erreger dahintersteckt. Manche lösen typische Beschwerden aus, andere bleiben sowohl bei Frauen als auch bei Männern zunächst unbemerkt.
Besonders typische Symptome bei der Frau sind:
Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
Juckreiz im Intimbereich
ungewöhnlicher oder vermehrter Ausfluss
Schmerzen beim Geschlechtsverkehr
Weitere Anzeichen (auch beim Mann):
Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen
Hautveränderungen, Ausschläge oder Bläschen im Genitalbereich
geschwollene Lymphknoten
allgemeine Beschwerden wie Fieber, Abgeschlagenheit oder Durchfall
Diese Beschwerden können auch andere Ursachen haben. Ob tatsächlich eine STI vorliegt, lässt sich nur durch eine Abklärung und gegebenenfalls einen Test in der Arztpraxis feststellen.
Nicht jede sexuell übertragbare Infektion macht sich sofort bemerkbar. Deshalb gilt: Warte nicht erst, bis es juckt oder brennt. Auch ohne Beschwerden kann eine STI vorliegen und weitergegeben werden.
du ungeschützten Geschlechtsverkehr hattest.
du eine:n neue:n Sexualpartner:in hast.
du oder dein:e Partner:in Sex mit mehreren Personen habt.
Beschwerden auftreten, die auf eine STI hindeuten könnten.
bei einer Person, mit der du Sex hattest, eine STI festgestellt wurde.
du dir unsicher bist und Klarheit möchtest.
Buche deinen Termin einfach online über Doctolib.
Eine STI-Diagnose kann erst einmal verunsichern. Doch du bist damit nicht allein – und es gibt gute Behandlungsmöglichkeiten. Viele sexuell übertragbare Infektionen sind heilbar, andere lassen sich mit Medikamenten wirksam behandeln. Wichtig ist, die Infektion ärztlich abklären zu lassen und die empfohlene Therapie konsequent durchzuführen. Denn unbehandelt können einige STIs langfristige gesundheitliche Folgen haben.
Welche Behandlung infrage kommt, hängt davon ab, welcher Erreger die Infektion verursacht:
Bakterielle STIs wie Chlamydien, Gonorrhö (Tripper) oder Syphilis lassen sich in der Regel mit Antibiotika behandeln.
Virale STIs können durch antivirale Medikamente behandelt werden.
Damit die passende Therapie gewählt werden kann, ist eine eindeutige Diagnose entscheidend. Sie ermöglicht eine gezielte Behandlung und hilft, Antibiotika nur dann einzusetzen, wenn sie tatsächlich benötigt werden. So lässt sich auch der Entstehung von Resistenzen entgegenwirken.
Wie es nach der Diagnose weitergeht, besprichst du individuell mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.
Behandlung konsequent durchführen: Halte dich an die ärztlichen Empfehlungen und führe die Behandlung wie verordnet zu Ende – auch wenn die Beschwerden bereits nachlassen.
Tipp: anonym Bescheid geben
Dir fällt das Gespräch schwer? Über https://www.wir-ruhr.de/partner-notification/ kannst du Sexualpartner:innen anonym über ein mögliches Infektionsrisiko informieren.
Sexualpartner:innen informieren: Informiere aktuelle und – abhängig von der STI – auch frühere Sexualpartner:innen. So können sie sich testen und bei Bedarf behandeln lassen. Das hilft, weitere Übertragungen und erneute Ansteckungen zu vermeiden.
Bis zum Abschluss der Behandlung schützen: Je nach Infektion kann es notwendig sein, vorübergehend auf Sex zu verzichten oder Kondome zu verwenden. Besprich mit deiner Ärztin oder deinem Arzt, welche Schutzmaßnahmen sinnvoll sind – und wie lange.
Offen darüber sprechen: STIs sind keine Seltenheit und gehören zum Praxisalltag. Sprich Beschwerden, mögliche Risiken und offene Fragen ehrlich an. Das hilft dabei, die passende Behandlung zu finden und gut für deine sexuelle Gesundheit zu sorgen.
Nicht unbedingt.
Ein unangenehm riechender Ausfluss kann auf eine STI hinweisen – muss es aber nicht. Auch andere Ursachen wie Hygiene oder hormonelle Veränderungen können dahinterstecken. Wenn dein Ausfluss stärker wird oder sich Farbe oder Konsistenz verändern, solltest du ihn gynäkologisch abklären lassen. So kann die Ursache festgestellt und – falls nötig – behandelt werden.
Deine Grenze ist nicht verhandelbar.
Wenn dir ein Kondom wichtig ist, darfst du klar dabei bleiben. Sex sollte sich für alle sicher, respektvoll und gut anfühlen. Kein Kondom und keine gemeinsame Lösung? Dann ist es völlig okay, keinen Sex zu haben. Wer deine Grenze respektiert, versucht nicht, sie wegzudiskutieren. Falls dir in dem Moment die Worte fehlen:„Kein Kondom? Dann heute leider kein Happy End.“
Müssen? Nein. Sinnvoll? Auf jeden Fall.
Ja, die Nachricht kann unangenehm sein. Trotzdem solltest du frühere Sexualpartnerinnen und -partner informieren. So können auch sie sich testen und behandeln lassen. So schützt du nicht nur sie, sondern hilfst auch dabei, weitere Ansteckungen zu vermeiden. Falls dir das schwerfällt, kannst du die Benachrichtigung auch anonym oder mit Unterstützung einer Arztpraxis oder Beratungsstelle organisieren. Es geht nicht um Schuld – sondern darum, gut aufeinander aufzupassen.
Ja – denn genau das hilft dabei, richtig zu testen.
Vor einem STI-Test stellt das medizinische Fachpersonal oft Fragen zu deinen sexuellen Kontakten und Praktiken. Nicht, um dich zu bewerten – sondern um herauszufinden, welche Tests sinnvoll sind und wo Proben entnommen werden sollten. Denn je nach Sexpraktik können unterschiedliche Körperstellen betroffen sein – zum Beispiel der Genitalbereich, der Rachen oder der Enddarm. Je ehrlicher du antwortest, desto gezielter kann getestet werden – und desto geringer ist das Risiko, dass eine Infektion übersehen wird.
Verständliche Erklärungen, Expert:innenwissen und offene Antworten rund um sexuelle Gesundheit und Frauengesundheit findest du auf @gehzumcheck. Folge uns auf Instagram!
Quellen:
1 World Health Organization. (2006). Defining sexual health: Report of a technical consultation on sexual health, 28–31 January 2002, Geneva. https://www.who.int/publications/m/item/defining-sexual-health
2 European Centre for Disease Prevention and Control. (2026, May 21). Bacterial STIs reach record highs in Europe, as congenital syphilis cases nearly double. https://www.ecdc.europa.eu/en/news-events/bacterial-stis-reach-record-highs-europe-congenital-syphilis-cases-nearly-double
3 Robert Koch-Institut. (2025). HIV/AIDS in Deutschland: Eckdaten und Trends, Ende 2024. https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Infektionskrankheiten-A-Z/H/HIV-AIDS/Eckdaten/EckdatenDeutschland.pdf
Links zu Websites Dritter werden im Sinne des Servicegedankens angeboten. Der Herausgeber äußert keine Meinung über den Inhalt von Websites Dritter und lehnt ausdrücklich jegliche Verantwortung für Drittinformationen und deren Verwendung ab.