Weltweit sind Millionen von Menschen von Demenzerkrankungen betroffen, und ihre Zahl wird sich bis 2050 vermutlich verdreifachen.2 In Deutschland wird erwartet, dass sich die Gesamtzahl der Menschen mit Demenz bis zum Jahr 2050 auf 2,4 bis 2,8 Millionen erhöht.16 Die Alzheimer-Krankheit macht ungefähr 50–60 % der Fälle aus und ist damit die häufigste Form von Demenz.3

Bereits im Jahr 2018 beliefen sich die geschätzten weltweiten Gesamtkosten aufgrund von Demenzerkrankungen, auf 1 Billion USD. Bis zum Jahr 2030 rechnet man mit einer Verdopplung auf 2 Billionen USD.2  Michalowsky et al. (2019) untersuchten die gesellschaftlichen Herausforderungen der Demenz in Deutschland. Für Menschen mit Demenz beliefen sich die gesamtgesellschaftlichen Kosten 2016 auf 73 Mrd. Euro. Aufgrund des demografischen Wandels werden die Gesamtkosten im Jahr 2026 auf 195 Mrd Euro ansteigen.14

Die Versorgung von Menschen mit Demenz stellt das Gesundheitssystem und die Familien der Betroffenen vor große Herausforderungen.

"Window of Opportunity"

In der Lebensmitte gibt es ein Zeitfenster (“window of opportunity”) von 10 - 20 Jahren, in dem es möglich ist, das Risiko einer neurodegenerativen Erkrankung zu verringern, bevor erste Anzeichen und Symptome auftreten, oder die Progression zu verzögern.10

Primäre Präventionsstrategien haben oberste Priorität, vor allem, wenn keine zugelassenen krankheitsmodifizierenden Therapien zur Verfügung stehen. Bei neurodegenerativen Erkrankungen können erfolgreiche Strategien der Sekundärprävention das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen und/oder die Entwicklung von Symptomen verringern.

Durch den Einsatz von Liquor Biomarkern und die Entwicklung blut-basierter Biomarker zur frühen Diagnose, sowie wirksamer und kosteneffizienter Maßnahmen könnte die Belastung der Gesundheitssysteme durch neurodegenerative Erkrankungen gemildert werden.10

Die Bestätigung der Diagnose einer leichten kognitiven Einschränkung (sog. mild cognitive impairment, MCI) und der Alzheimer-Krankheit ist für die Betroffenen und ihre Angehörigen von großer Bedeutung und häufig eine Erleichterung, den eine frühzeitige Diagnose ermöglicht eine angemessene und rechtzeitige Intervention.4

Risikofaktoren wie das Alter und genetische Faktoren (ApoE-e4 Genotyp) sind gegeben und lassen sich nicht beeinflussen. 40 % der Risikofaktoren lassen sich hingegen durch frühzeitige Prävention so modifizieren, dass sich leichte kognitive Beeinträchtigungen (MCI) und die Alzheimer-Demenz hinauszögern oder verhindern lassen.9 Zu den veränderbaren Faktoren für Alzheimer gehören Bewegungsmangel, schlechte Ernährung, übermäßiger Alkoholkonsum (> 21 Einheiten / Woche), Bluthochdruck, Rauchen und Fettleibigkeit.9,10 Auch hat sich gezeigt, dass Krankheiten wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfall, Depressionen und Diabetes Risikofaktoren für neurodegenerative Erkrankungen und kognitiven Abbau sind. 9,10

Die Akkumulation von beta-Amyloid und Tau gilt als eines der frühesten Anzeichen der pathologischen Kaskade der Alzheimer-Krankheit und findet bereits Jahrzehnte vor dem Einsetzen der Symptome statt.1,5,7

Spezifische pathologische Einlagerungen von beta-Amyloid und Tau in Form von Plaques bzw. neurofibrillären Bündeln können im Liquor mit Biomarkern nachgewiesen werden und ermöglichen eine frühzeitige und genaue Diagnose von leichten kognitiven Einschränkungen und Alzheimer. 7

Seit mehr als 20 Jahren werden in der Forschung Liquor-Biomarker für beta-Amyloid (1-42), phosphoryliertes Tau (p-Tau) und Gesamt-Tau (t-Tau) eingesetzt.6

Im Jahr 2018 legte das National Institute of Aging (NIA) des US-amerikanischen National Institutes of Health (NIH) und der Alzheimer's Association (NIA-AA) in einer neuen Forschungs-Leitlinie fest, dass die mit der Alzheimer Krankheit einhergehenden neuropathologischen Veränderungen vollständig über Biomarker definiert werden können und eine klare Unterscheidung zu anderen demenziellen Erkrankungen zulassen. Diese umfassen die Akkumulation von ß-Amyloid Proteinen (A), die Tau-Pathologie (T) und Neurodegeneration (N). Bei der A/T/N-Klassifikation wird jeder Biomarker mit pathologisch (+) oder nicht-pathologisch (-) klassifiziert.6 


Blut-basierte Biomarker (BBBM) sind eine vielversprechende Methode zur Verbesserung der Triage in der Primärversorgung.15

Bekannte Methoden, wie die beschriebene Liquordiagnostik oder Amyloid-PET (Positronenemissionstomografie), sind entweder invasiv und / oder sehr teuer. Es besteht daher ein großer medizinischer Bedarf an Biomarkern, die einfacher und weniger invasiv gewonnen und seriell gemessen werden können. 

Blut-basierte Biomarker für die Alzheimer-Krankheit werden jetzt Realität. 

Das Elecsys® Amyloid Plasma Panel, ein minimal-invasiver Bluttest, könnte die Früherkennung der Amyloid Pathologie bei Erwachsenen (55 - 80 Jahre) mit nicht-spezifischen kognitiven Beeinträchtigungen, die auf die Alzheimer-Krankheit und andere Ursachen des kognitiven Verfalls untersucht werden, in Zukunft unterstützen. Das Panel befindet sich aktuell noch in Entwicklung. 

Das Rule-out Panel hat einen hohen negativen Vorhersagewert und wird mit hoher Wahrscheinlichkeit bei einem negativen Ergebnis die Amyloid-Pathologie ausschließen können. Voraussichtlich wird das Panel zunächst seinen Einsatz in der Sekundärversorgung zur Priorisierung von Patienten für Bestätigungstests mit Liquor oder Amyloid PET finden. Eine spätere Einführung in die Primärversorgung ist möglich.

Roche hat den besonderen medizinischen Bedarf von Patienten mit einer neurologischen Erkrankung erkannt.

  1. Weltgesundheitsorganisation. Dementia. [Internet; zitiert am 13. Nov. 2019]. Verfügbar auf:

  2. Alzheimer’s Disease International. World Alzheimer Report 2018. Verfügbar auf:

  3. Alzheimer’s Association. (2020). Verfügbar unter:
    Letzter Zugriff: September 2020.

  4. Agamanolis D et al. (2016) Verfügbar auf: neuropathology-web.org/chapter9/chapter9bAD.html. Letzter Zugriff März 2022

  5. Jack CR et al. Alzheimers & Dement 2018; 14,535-562

  6. Jack CR Jr, et al. Lancet Neurol 2010;9:119–28

  7. Bateman, R.H. et al. 2012; Clinical and Biomarker Changes in Dominantly Inherited Alzheimer’s Disease. NEJM. 367, 795–804.22.

  8. Livingston G, et al. Lancet 2020;396:413–446. Verfügbar unter:
    Letzter Zugriff März 2022

  9. Time matters,. A call to prioritize brain health
    Letzter Zugriff März 2022

  10. Perneczky R, et al. BMC Medicine 2019;17:47

  11. Jack, C.R. et al. 2010; Hypothetical model of dynamic biomarkers of the Alzheimer’s pathological cascade. Lancet Neurol. 9(1), 119-28

  12. Horgan D, et al. Biomed Hub 2020; 5:511233

  13. Michalowsky B, Kaczynski A, Hoffmann W; 2019; Bundesgesundheitsblatt 62:981-992; https://doi.org/10.1007/s00103-019-02985-z

  14. Mattke S. et al 2020; Blood-based biomarkers for Alzheimer´s pathology and the diagnostic process for a disease-modifying treatment: Projection the impact on the cost and wait times. Alzheimer´s Dement. 12:e12081; https://doi.org/10.1002/dad2.12081

  15. Bickel H, Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V. (2020). Informationsblatt 1: Die Häufigkeit von Demenzerkrankungen, Letzter Zugriff Juli 2022

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