Diabetes mellitus ist viel mehr als nur eine Stoffwechselerkrankung – er betrifft zahlreiche Organsysteme und erhöht das Risiko für Folgeerkrankungen signifikant. Besonders im Fokus: die komplexen Zusammenhänge zwischen Diabetes, Herzinsuffizienz und Lebererkrankungen. Diese sind zentral für die medizinischen Versorgung und erfordern einen interdisziplinären Blick, der Laborparameter gezielt einsetzt und individuelle Risikofaktoren frühzeitig erkennt. Eine ganzheitliche Behandlung kann die Lebensqualität und Prognose von Menschen mit Diabetes erheblich verbessern.

Eine der häufigsten kardiovaskuläre Folgeerkrankungen bei Diabetes ist die Herzinsuffizienz¹, die Diabetiker:innen im Vergleich zu Nicht-Diabetiker:innen ca. zwei- bis vierfach häufiger und früher entwickeln.²,³ Das Problem: In der Frühphase ist eine Herzinsuffizienz oft nur schwer zu diagnostizieren⁴ und wird deshalb häufig nicht erkannt.⁵ Eine Studie belegt, dass im Zuge eines kardiologischen Screenings von Diabetes-Patient:innen festgestellt wurde, dass 28 % von ihnen unter einer nicht diagnostizierte Herzinsuffizienz litten.⁵

Bei der Diagnostik einer Herzinsuffizienz haben sich natriuretische Peptide wie der Biomarker NT-proBNP etabliert. Seine Verwendung kann helfen, Herzinsuffizienz frühzeitig zu diagnostizieren, um die Prognose und therapeutische Wirksamkeit von Medikamenten gegen Diabetes und Herzinsuffizienz vorherzusagen. Aufgrund des hohen negativ prädiktiven Wertes kann bei negativem Testergebnis eine Herzinsuffizienz weitestgehend ausgeschlossen werden – auch ohne Echokardiographie.⁶

Herzinsuffizienz bei Typ-2-Diabetes rechtzeitig erkennen

Diabetes erhöht das Risiko für Herzschwäche, die es zeitnah zu erkennen gilt. Über die Chancen früher Diagnostik und gezielter Therapien.

Kardiologische Risiken bei Diabetes: Auf diese Labormarker kommt es an

Biomarker können auf gefährliche Risiken hinweisen – oft früh genug für eine Therapie. Ein Beitrag von Prof. Dr. Stephan Jacob.

Biomarker bei Diabetes: Warum Lp(a) und NT-proBNP so wichtig sind

Lp(a) und NT-proBNP sind für Prof. Dr. Ulrich Laufs fester Bestandteil der Diagnostik. Warum das so ist, erklärt der Kardiologe im Interview.

Darum gehört Lp(a) bei Diabetes-Patient:innen mitgedacht

Selten gemessen, schwer beeinflussbar – aber relevant. Warum Lp(a) einmal im Leben bestimmt werden sollte – gerade bei Diabetiker:innen.

MASLD (Metabolic dysfunction-associated steatotic liver disease) ist eine schnell wachsende Gesundheitsherausforderung⁷ – fast jeder vierte Mensch in Europa ist davon betroffen. Besonders häufig weisen Patient:innen mit Typ-2-Diabetes oder Metabolischem Syndrom eine MASLD auf. Die große Gefahr liegt dabei in der Leberfibrose – der fortschreitenden Vernarbung, die zu Zirrhose und dem hepatozellulärem Karzinom (HCC) führen kann. Da die meisten Patient:innen zunächst asymptomatisch sind, bleibt diese oft bis zu einem fortgeschrittenen Stadium unbemerkt.⁸

Mit dem ADAPT Algorithmus steht nun ein digitaler Biomarker zur Verfügung, der den Fibrosegrad anhand eines schnellen und einfachen Scores bestimmt.⁹,¹⁰ Er eignet sich zur Diagnose der mindestens signifikanten (≥F2) und fortgeschrittener Fibrose (≥F3).

Die Vorteile auf einen Blick:

  • Schnell, einfach und nicht-invasiv: ADAPT ermöglicht eine frühzeitige Erkennung von Leberfibrose bei Patient:innen mit Typ-2-Diabetes oder Metabolischem Syndrom

  • Insbesondere bei Patient:innen mit einem intermediären FIB4 (1,3-2,67) kann ADAPT die Entscheidungsfindung unterstützen

  • ADAPT unterstützt eine gezielte Behandlung in der hepatologischen Abklärung

  • ADAPT erleichtert eine effiziente Ressourcensteuerung und evidenzbasierte Entscheidungsfindung bei MASLD/MASH

Unsere Podcastreihe richtet sich speziell an Ärzte und medizinisches Fachpersonal, die ihr Wissen über die integrative Behandlung dieser drei zentralen Gesundheitsbereiche vertiefen möchten. In jeder Episode bieten führende Experten wertvolle Einsichten zur Verbesserung der Patientenversorgung.

Jacob, Stephan (Prof.), Villingen-Schwenningen

Prof. Dr. med. Stephan Jacob ist Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie und als niedergelassener Arzt in Villingen-Schwenningen in einer privaten Praxis für Prävention und Therapie tätig. Er ist Beiratsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Herz der Deutschen Diabetes Gesellschaft. In Folge 1 erklärt Prof. Dr. Jacob die Definition, Häufigkeit und klinische Relevanz von Hypoglykämien im Diabetesmanagement sowie Maßnahmen zur Verhinderung von Hypoglykämien.

Jacob, Stephan (Prof.), Villingen-Schwenningen

Prof. Dr. med. Stephan Jacob ist Facharzt für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie und als niedergelassener Arzt in Villingen-Schwenningen in einer privaten Praxis für Prävention und Therapie tätig. Er ist Beiratsmitglied der Arbeitsgemeinschaft Diabetes und Herz der Deutschen Diabetes Gesellschaft. In Folge 2 diskutiert Prof. Dr. Jacob das Prinzip der kontinuierlichen Glukosemessung (CGM), ihre praktischen Erfahrungen, die erfassten Parameter und deren Interpretation, den Einfluss von CGM auf den Behandlungserfolg bei Typ-2-Diabetes sowie die aktuellen Leitlinien zur Nutzung von CGM.

Forst, Thomas (Prof.), Mainz

Prof. Dr. Thomas Forst aus Mannheim ist Endokrinologe, Diabetologe und Chief Medical Officer der CRS Medical Services Mannheim GmbH. Prof. Forst ist Sprecher der AG Diabetes und Herz der Deutschen Diabetes Gesellschaft. In Folge 3 bespricht Prof. Dr. Forst die Bedeutung von BNP und NT-proBNP in der Praxis, die Beurteilung dieser Werte, den Stellenwert von SGLT-2-Inhibitoren in der Therapie der Herzinsuffizienz sowie weitere Therapieoptionen für Herzinsuffizienz mit mittelgradig eingeschränkter oder erhaltener Ejektionsfraktion.

Laufs, Ulrich (Prof.), Leipzig

Prof. Dr. Ulrich Laufs, Leipzig ist Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin und als Klinikdirektor am Universitätsklinikum Leipzig tätig. Außerdem ist er Vorstandsmitglied der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie.

In Folge 4 erläutert Prof. Dr. Ulrich Laufs aus Leipzig den klinisch-praktischen Mehrwert der Bestimmung von Lipoprotein(a), die bisherigen Interpretationshürden, die Indikationen und Häufigkeit der Bestimmung sowie das Vorgehen bei Nachweis einer erhöhten Lp(a)-Konzentration zur Abschätzung des kardiovaskulären Risikos.

Tacke, Frank (Prof.), Berlin

Prof. Dr. Frank Tacke ist Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie sowie für Innere Medizin, Endokrinologie und Diabetologie. Außerdem ist er Direktor an der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hepatologie und Gastroenterologie an der Charité in Berlin.

In Folge 5 erörtert Prof. Dr. Frank Tacke aus Berlin die Ursachen und Folgen einer Fettleber, die frühzeitige Identifikation von Menschen mit hohem Risiko für Leberfibrose, die Möglichkeiten zur Detektion bestehender Fibrosen in der Leber sowie die Gestaltung der transsektoralen Zusammenarbeit zur Erhaltung der Lebergesundheit.

Quellen

1 https://www.deutsche-diabetes-gesellschaft.de/presse/herzschwaeche-bei-diabetes-oft-zu-spaet-diagnostiziert
2 Deutscher Gesundheitsbericht Diabetes 2021
3 Nichols rt al. Diabetes Care; 24 (9): 1614-9
4 Taylor et al. Br J Gen Pract. 2017; 67 (660):326-327
5 Boonman-de Winter et al. Diabetologia. 2012;55(8):2154-62.
6 Luchner A,Birner C, Laufs U (2016) Deutsches Ärzteblatt, 113 (41), 10-14
7 Sookoian S, et al. MASLD as a non-communicable disease. Nat Rev Gastroenterol Hepatol. 2025 Mar;22(3):148-149.
8 Schuppan D, et al. Liver cirrhosis. The Lancet. 2008 Mar 8;371(9615):838-51.
9 Roche, Elecsys® PRO-C3 Method Sheet Mat-Nr: 09088423190, v1.0, 2025.
10 Ilagan-Ying YC, et al. Screening, Diagnosis, and Staging of Non-Alcoholic Fatty Liver Disease (NAFLD): Application of Society Guidelines to Clinical Practice. Curr Gastroenterol Rep. 2023 Oct;25(10):213-224.

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