Erschienen am {DATE} von {AUTHORS} in den Kategorien {CATEGORIES}

Weniger unnötige Eingriffe, gezieltere Diagnostik: Eine zytologische Doppelfärbung auf die Biomarker p16 und Ki-67 könnte das Screening auf Gebärmutterhalskrebs deutlich effizienter machen und viele vermeidbare Kolposkopien reduzieren. Wann die Abklärung auf molekulare Transformation als Erweiterung des aktuellen Krebsfrüherkennungsprogramms empfohlen wird und welches Potenzial sie für Patientinnen birgt, das erfahren Sie in einer Sonderpublikation von Kongress aktuell (09/2025). Wir haben die wichtigsten Aussagen hier zusammengefasst:

Neue Wege in der Früherkennung

Seit 2020 bietet das organisierte Krebsfrüherkennungsprogramm (oKFE-RL) für Frauen ab 35 Jahren eine kombinierte Testung aus HPV-Nachweis und Pap-Abstrich im Drei-Jahres-Turnus an.¹ Doch der aktuelle Algorithmus führt häufig zu auffälligen Befunden – ohne klinische Relevanz. Das Problem: Es fehlt an einer effektiven Risikostratifizierung, um zwischen harmlosen und behandlungsbedürftigen HPV-positiven Befunden zu unterscheiden.²

Molekulare Biomarker als Entscheidungshilfe

Hier setzt die p16/Ki-67-Dual-Stain-Zytologie an. Sie erkennt molekulare Umschaltungen innerhalb der HPV-infizierten Zellen.² Die gleichzeitige Färbung der beiden Marker p16 und Ki-67 weist auf eine aktive, potenziell gefährliche onkogene Transformation hin.

Der Einsatz der p16/Ki-67-Dual-Stain-Zytologie ergänzend zur Ko-Testung ermöglicht damit die Unterscheidung von Frauen mit erhöhtem Risiko von Frauen mit geringerem Risiko. Auf diese Weise können unnötige Kolposkopien reduziert werden (siehe Abbildung 1).

Mehr Nutzen, weniger Belastung

Internationale Studien – wie zum Beispiel die IMPACT-Studie mit über 35.000 Frauen – zeigen: Bei HPV-positiven Frauen ist die Dual-Stain-Zytologie sensitiver und präziser als die alleinige Zytologie. Sie könnte fast die Hälfte der derzeit durchgeführten Kolposkopien vermeiden, ohne dabei relevante Vorstufen zu übersehen.² Auch die WHO empfiehlt mittlerweile den Einsatz dieses Tests zur besseren Abklärung bei HPV-positiven Befunden.³

Referenzen
  1. G-BA: Programm zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs

  2. Wright TC et al.: Int J Cancer 2022; 150:461–471

  3. WHO (2021). WHO guideline for screening and treatment of cervical pre-cancer

    lesions for cervical cancer prevention. Online verfügbar unter:

    https://www.who.int/publications/i/item/9789240030824. Letzter Zugriff: 22.09.2025

Zur Newsletter-Anmeldung

Melden Sie sich zum Newsletter an und erhalten Sie direkt die Neuigkeiten aus der Diagnostik in Ihr Postfach.

Bleiben Sie informiert

Standortelinkedintwitterinstagramyoutubesocial media community guidelinesZukunftslaborPolitik & Wirtschaft im DialogUmwelt & NachhaltigkeitImpressumRechtliche HinweiseDatenschutzBarrierefreiheitserklärungNewsletter

Links zu Websites Dritter werden im Sinne des Servicegedankens angeboten. Der Herausgeber äußert keine Meinung über den Inhalt von Websites Dritter und lehnt ausdrücklich jegliche Verantwortung für Drittinformationen und deren Verwendung ab.