MRSA steht für “Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus”. Dabei handelt es sich um Bakterien, die eine Unempfindlichkeit gegenüber Methicillin und vielen anderen Antibiotika entwickelt haben, weshalb sie oft als multiresistent gelten. Normalerweise besiedeln sie Haut und Schleimhäute, ohne Beschwerden zu verursachen. Wenn sie jedoch über Wunden oder Schleimhäute in den Körper gelangen, kann eine Infektion entstehen.¹

MRSA ist ein Bakterium, das Infektionen auslösen kann und besonders im Krankenhaus eine wichtige Rolle spielt. Normalerweise lebt Staphylococcus aureus harmlos auf Haut und Schleimhäuten, insbesondere in der Nase, den Achseln oder der Leiste.¹ Diese unauffällige Besiedelung wird als „Kolonisation“ bezeichnet.

Problematisch wird es, wenn die Bakterien durch Verletzungen oder medizinische Eingriffe in den Körper gelangen. Dann können sie Wundinfektionen, Abszesse oder bei einem geschwächten Immunsystem sogar schwere Erkrankungen wie Lungenentzündungen oder eine Blutvergiftung (Sepsis) auslösen.²

Handelt es sich dabei um multiresistente Varianten, ist die Behandlung besonders schwierig, da viele gängige Antibiotika nicht mehr wirken.²

MRSA wird vor allem von Mensch zu Mensch übertragen. Am häufigsten siedelt das Bakterium im Nasen-Rachen-Raum, von wo aus es sich auf Haut und Schleimhäuten ausbreiten kann. Etwa 15–40 % der Erwachsenen tragen Staphylococcus aureus in sich, meist ohne es zu merken.³

Die Übertragung erfolgt in den meisten Fällen über die Hände, beispielsweise durch Pflege- oder medizinisches Personal, oder über gemeinsam genutzte Gegenstände wie Handtücher.³

Besonders gefährdet für eine Besiedelung mit MRSA sind Menschen mit geschwächtem Immunsystem, chronischen Wunden oder Kathetern. Zu den weiteren Risikofaktoren zählen unter anderem Dialyse, eine Antibiotika-Therapie in den letzten sechs Monaten, häufige Krankenhausaufenthalte, chronische Pflegebedürftigkeit oder bereits durchgemachte MRSA-Infektionen.¹

Viele Menschen sind Träger von MRSA auf ihrer Haut oder ihren Schleimhäuten, ohne es zu merken. Tritt eine Erkrankung auf, dann meist nach 4–10 Tagen. Selbst wer nur besiedelt ist, kann noch Monate nach der ersten Kolonisation eine Infektion entwickeln. Lösen die Bakterien eine Infektion aus, können folgende Beschwerden auftreten:¹ ³

  • Hautveränderungen wie Pickel, Furunkel, Abszesse, eitrige Hautentzündungen

  • Schlecht heilende oder entzündete Wunden

  • Rötung, Schwellung und Schmerzen an betroffenen Stellen

  • Infektionen von Organen, z. B. Blase, Lunge, Ohr oder Nasennebenhöhlen

Wenn die Infektion unbehandelt bleibt oder sich im Körper ausbreitet, kann es zu ernsthaften Komplikationen kommen:¹ ³

  • Blutvergiftung (Sepsis)

  • Knochen- oder Gelenkentzündungen

  • Herzinnenhautentzündung

  • Abszesse in Lunge oder Bauchraum

Einige MRSA-Stämme bilden Giftstoffe (Toxine), die den Körper unabhängig von der eigentlichen Infektion belasten. Dadurch können besondere Krankheitsbilder entstehen:

  • Staphylococcal Scalded Skin Syndrome (SSSS): Gekennzeichnet durch großflächige Hautablösung und Blasenbildung (tritt überwiegend bei Säuglingen auf).³

  • Toxisches Schock-Syndrom (TSS): Ein lebensbedrohlicher Zustand, der mit hohem Fieber, Hautausschlag und einem gefährlichen Blutdruckabfall einhergeht.³

Um MRSA festzustellen, müssen die Bakterien im Labor eindeutig nachgewiesen werden. Dabei wird zunächst geprüft, ob es sich wirklich um Staphylococcus aureus handelt – und ob dieser gegen bestimmte Antibiotika unempfindlich (resistent) ist.³

Dafür gibt es verschiedene Methoden:³

  • Kulturelle Tests: Aus Abstrichen von Haut, Wunden, Nase oder Rachen wird der Erreger im Labor angezüchtet und untersucht.

  • Schnellere molekularbiologische Tests (PCR): Sie suchen gezielt nach typischen Erbgutabschnitten der Bakterien und können so die Diagnose schneller sichern.

  • Resistenztests: Zusätzlich wird überprüft, gegen welche Antibiotika die Bakterien empfindlich oder resistent sind. Das ist wichtig, um die richtige Behandlung auszuwählen.

In speziellen Fällen – etwa bei Ausbrüchen in Kliniken – kann auch eine genauere Typisierung der Stämme erfolgen. Damit lässt sich nachvollziehen, ob Infektionen auf denselben Erreger zurückgehen.³

Das Robert Koch-Institut (RKI) betrachtet die frühzeitige Erkennung und sofortige Isolierung von MRSA-Besiedelten als zentrale Präventionsmaßnahme im Krankenhaus. Aus diesem Grund empfiehlt die KRINKO ein „selektives Screening“, bei dem Personen mit bekannten Risikofaktoren bereits bei der Aufnahme gezielt mittels Abstrich untersucht werden. Dies ist notwendig, da ohne ein systematisches Screening schätzungsweise 69 % bis 85 % der besiedelten Patienten bei der Aufnahme unerkannt bleiben.⁴ Dass sich dieser Aufwand lohnt, belegen zahlreiche Studien: So sank beispielsweise an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) die Zahl der im Krankenhaus erworbenen MRSA-Infektionen nach Einführung eines solchen Programms um beeindruckende 57 %.⁵

Sobald eine Besiedlung festgestellt wird, greifen spezifische Schutzmaßnahmen: Hierzu zählen die räumliche Unterbringung im Einzelzimmer sowie strikte Barrieremaßnahmen wie Schutzkittel und Mund-Nasen-Schutz bei direktem Patientenkontakt. Das Fundament all dieser Maßnahmen bleibt die konsequente Basishygiene, allen voran die sorgfältige Händedesinfektion und die Vorsicht im Umgang mit offenen Wunden.⁴

Die Behandlung einer MRSA-Infektion oder -Besiedlung besteht in der Regel aus zwei Schritten: der sogenannten Sanierungstherapie und, falls es zu einer Infektion kommt, der Gabe spezieller Reserveantibiotika.

Bei der Sanierung werden die Bakterien von Haut und Schleimhäuten entfernt. Dazu werden antibiotisch oder antiseptisch wirksame Salben, Shampoos und Spülungen eingesetzt. Besonders wichtig sind dabei die Nase, der Rachen, die Haut und die Haare. In vielen Fällen lassen sich MRSA so innerhalb weniger Tage erfolgreich beseitigen. Ob die Behandlung erfolgreich war, zeigt ein Kontrollabstrich, der im Labor untersucht wird.³ ⁶

Kommt es zu einer tatsächlichen Infektion, werden sogenannte Reserveantibiotika eingesetzt. Diese Medikamente sind speziell für schwer behandelbare Keime entwickelt worden und werden in der Regel im Krankenhaus verabreicht. Der Behandlungserfolg hängt dabei auch vom allgemeinen Gesundheitszustand und dem Immunsystem des Patienten ab.⁶

Das Bakterium Staphylococcus aureus ist weit verbreitet und siedelt auf der Haut und den Schleimhäuten von Menschen und Tieren. Die Besiedlung – die Fachleute sprechen von einer Kolonisation – wird in der Regel nicht bemerkt. Man geht davon aus, dass Staphylococcus aureus auf der Haut und den Schleimhäuten von jedem dritten oder jedem zweiten Menschen leben.

Exakte Daten darüber, wie häufig gesunde Menschen von MRSA besiedelt sind, gibt es nicht.
MRSA ist besonders in Krankenhäusern ein Problem, da sich der Keim innerhalb medizinischer Einrichtungen aufgrund der häufigen Verwendung von Antibiotika besonders gut verbreiten kann und häufig Infektionen auslöst.

Am häufigsten ereignen sich MRSA-Infektionen in Krankenhäusern, insbesondere auf den Intensivstationen. Ein besonderes Infektionsrisiko haben chronisch kranke und immungeschwächte Menschen.

Die Bakterien werden bei unmittelbarem Kontakt mit MRSA-tragenden Personen, so genannten MRSA-Trägern, übertragen; auch über gemeinsam benutzte Gegenstände, beispielsweise Handtücher, kann eine Übertragung erfolgen.

Die Erreger traten bislang vor allem in Krankenhäusern auf, wo sie von Mensch zu Mensch übertragen werden. In den letzten Jahren registrierten die Gesundheitsbehörden jedoch zunehmend Fälle von Infektionen, die sich gesunde Menschen außerhalb von Krankenhäusern zugezogen haben. Die Fachleute sprechen von CA-MRSA („community acquired“ MRSA). MRSA kann auch bei Tieren auftreten, vor allem bei Schweinen aber auch bei anderen Nutztieren, Pferden und Kleintieren.

Der wichtigste Schutz ist zu wissen, ob jemand MRSA-Träger ist. Hierzu müssen Abstrichuntersuchungen erfolgen. Im Krankenhaus erfolgen besondere Vorsichtsmaßnahmen, um eine Verbreitung auf andere Patienten auszuschließen. Dazu zählt das Tragen von Schutzkitteln, Mundschutz, Handschuhen und Haarschutz. Die Patienten werden in einem Einzelzimmer von anderen Patienten isoliert.

Bei einer Besiedlung (Kolonisation) mit MRSA sind resistente Keime auf der Haut und den Schleimhäuten eines Menschen zu finden, ohne dass sie eine Erkrankung verursachen (MRSA-Träger). Die Kolonisation mit MRSA kann durch eine Laboruntersuchung festgestellt werden. Häufig erfolgt dazu ein Abstrich der Nasenschleimhaut.
Bei einer MRSA-Infektion sind resistenten Keime über die Haut oder Schleimhaut in den Körper eingedrungen; der betroffene Mensch erkrankt.

Für gesunde Menschen ist das Risiko einer MRSA-Infektion sehr gering. Die Übertragung erfolgt durch Körperkontakt, äußerst selten über Tröpfchen, nicht über die Luft. Bei einmaligem Kontakt mit einem MRSA-Träger ist eine Übertragung kaum möglich. Die Wahrscheinlichkeit steigt jedoch, je häufiger und intensiver der Kontakt ist und wenn sehr hohe Mengen an MRSA freigesetzt werden, beispielsweise bei einer medizinischen Maßnahme. Aus diesem Grund sind im Krankenhaus besondere Schutzmaßnahmen erforderlich.

Mediziner nennen das endgültige Entfernen von MRSA von der Haut und der Schleimhaut eines Menschen „Sanierung“. Für die Sanierungstherapie werden antibiotisch oder antiseptisch wirksame Salben verwendet.

Als wichtigste Maßnahmen gegen eine Ausbreitung von MRSA gelten:

  • eine kontrollierte Antibiotika-Therapie bei der Versorgung im Krankenhaus und in der Arztpraxis: „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“

  • isolierte Pflege aller MRSA-Träger und MRSA-Infizierten

  • konsequente Umsetzung aller Hygienemaßnahmen

  • frühzeitiges Erkennen von MRSA-Trägern

  • frühzeitige Therapie und Sanierung (Entfernen der Keime von Haut und Schleimhaut)

  • Aufklärung der Bevölkerung und Fortbildung des medizinischen Personals

Damit sind MRSA-Infektionen gemeint, die außerhalb des Krankenhauses bei gesunden Menschen auftreten und schwere Infektionen verursachen können („community acquired“-MRSA). Es handelt sich dabei um eine neue Kategorie der MRSA, die nicht mit der üblicherweise im Krankenhaus erworbenen MRSA verwechselt werden darf. Da Menschen, die von CA-MRSA besiedelt oder infiziert sind, früher oder später in ein Krankenhaus aufgenommen werden, wird die im Krankenhaus bereits bestehende MRSA-Situation zusätzlich verstärkt. Vor dieser Gefahr schützt eine bereits vor der Aufnahme erfolgende Untersuchung der Patienten auf MRSA (Eingangscreening) und die Isolierung von MRSA-Trägern.

In diesen Ländern wurden sehr früh wirksame Maßnahmen gegen MRSA eingeleitet und konsequent durchgeführt. So werden beispielsweise in den Niederlanden MRSA-Träger in den Krankenhäusern konsequent gesucht, die Patienten isoliert behandelt und der gefährliche Keim nachhaltig eliminiert. Auch ist in den skandinavischen Ländern und den Niederlanden der Verbrauch von Antibiotika grundsätzlich niedriger als in Deutschland. Ein kontrollierter und rationaler Gebrauch von Antibiotika („So viel wie nötig, so wenig möglich“) gilt als wichtigste Maßnahme, um dem Entstehen von Resistenzen vorzubeugen.

  1. MRSA. (o. D.). https://www.infektionsschutz.de/erregersteckbriefe/mrsa/

  2. Fragen und Antworten zu Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus (MRSA) - Auf welchen Wegen können sich Menschen infizieren? (2025, 1. August). Bundesinstitut für Risikobewertung. https://www.bfr.bund.de/fragen-und-antworten/thema/fragen-und-antworten-zu-methicillin-resistenten-staphylococcus-aureus-mrsa-auf-welchen-wegen-koennen-sich-menschen-infizieren/

  3. Staphylokokken-Erkrankungen, insbesondere Infektionen durch MRSA. (2025, 20. Januar). RKI2024. https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Staphylokokken_MRSA.html

  4. Kommission für Krankenhaushygiene und Infektionsprävention (KRINKO) beim Robert Koch-Institut (2014). Empfehlungen zur Prävention und Kontrolle von Methicillin-resistenten Staphylococcus aureus-Stämmen (MRSA) in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen. Bundesgesundheitsblatt, 57, 696–732: https://www.rki.de/DE/Themen/Infektionskrankheiten/Krankenhaushygiene/KRINKO/Empfehlungen-der-KRINKO/Antibiotikaresistente-und-weitere-Erreger/Downloads/MRSA_Rili.pdf?__blob=publicationFile&v=5

  5. Epidemiologisches Bulletin 19 / 2003. (o. D.). RKI2024. https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/Epidemiologisches-Bulletin/2003/19_03.html?nn=16777040

  6. Chaberny, I., Möller, I. & Graf, K. (2009). Händehygiene und Kampagnen. Pneumologie, 63(04), 219–221. https://doi.org/10.1055/s-0028-1100830

  7. DGKH - Sektion Hygiene in der ambulanten und stationären Kranken- und Altenpflege/Rehabilitation. (2009). Maßnahmenplan für MRSA in Gesundheitseinrichtungen. https://www.krankenhaushygiene.de/pdfdata/sektionen/2009_07_07_DGKH_MRSA.pdf

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