Gonorrhoe, besser bekannt als Tripper, ist eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten weltweit. Sie wird durch Bakterien verursacht und kann die Schleimhäute von Harnröhre, Gebärmutterhals, Enddarm oder Rachen befallen.
Oft bleibt die Infektion ohne bemerkbare Symptome, was sie besonders tückisch macht. Doch selbst wenn keine Beschwerden auftreten, kann die Krankheit ohne Behandlung ernste Folgen haben.¹ Auf dieser Seite haben wir die wichtigsten Informationen zu Tripper für dich zusammengestellt.

Es gibt zahlreiche Erreger, die beim Sex oder intimen Handlungen übertragen werden können. Der erste Schritt zur Prävention ist, offen darüber zu sprechen. Ein Test kann Klarheit bringen und bei einem positiven Befund zur entsprechenden Therapie beitragen.

Gonokokken (oder Neisserien) werden hauptsächlich durch direkten Kontakt mit Schleimhäuten übertragen, also beim ungeschützten Sex (vaginal, anal oder oral). Aber auch ohne klassischen Geschlechtsverkehr ist eine Ansteckung möglich: ² ³

  • Vorspiel: Enger Körperkontakt oder der Kontakt mit Händen, die mit infizierten Stellen in Berührung gekommen sind.

  • Sexspielzeuge: Werden diese mit anderen geteilt, können Bakterien weitergegeben werden.

  • Geburt: Eine infizierte Mutter kann das Baby während der Geburt anstecken.

Wichtig: Eine Ansteckung über Toilettensitze, Türklinken oder im Schwimmbad ist ausgeschlossen.

Das Risiko, sich anzustecken, ist höher, wenn man ungeschützten Sex hat, häufig wechselnde Sexualpartner:innen hat oder wenn man nicht weiß, dass der Partner oder die Partnerin infiziert ist.²

Disclaimer: Die in diesem Teilabschnitt verwendeten Wörter „Frau“ und „Mann“ beziehen sich auf das Vorhandensein von weiblichen bzw. männlichen Geschlechtsorganen.

Oft verläuft eine Infektion mit Gonokokken ohne spürbare Anzeichen. Bei Frauen bleibt die Krankheit in etwa der Hälfte der Fälle unbemerkt, bei Männern in 10 bis 30 % der Fälle.¹ ³

Das Tückische daran: Auch ohne Symptome ist man ansteckend und kann den Erreger unwissentlich weitergeben. Deshalb sind regelmäßige Tests besonders wichtig, wenn Du ein erhöhtes Risiko hast – zum Beispiel durch ungeschützten Sex oder häufig wechselnde Partner.² ³

  • vermehrter, oft übelriechender oder wässriger Ausfluss¹ ² ³ ⁴

  • Zwischenblutungen oder Zyklusstörungen, manchmal auch verstärkte Regelblutungen (Menorrhagie)¹ ³ ⁴

  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen (Dysurie)¹ ² ³ ⁴

  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr (Dyspareunie)² ⁴

  • Unterbauchschmerzen² ⁴

  • selten: Infektion der Bartholin-Drüsen mit Schwellungen oder Schmerzen¹

  • Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen² ⁴

  • gelblich-eitriger oder wässrig-schleimiger Ausfluss aus der Harnröhre¹ ² ³ ⁴

  • Rötung und Schwellung der Harnröhrenmündung⁴

  • manchmal nur leichter Ausfluss am Morgen („Bonjour-Tropfen“)¹

Weitere Beschwerden bei Ausbreitung:

  • Schmerzen im Damm- oder Blasenbereich⁴

  • Rötung, Schwellung und Druckschmerz an den Hoden/Nebenhoden² ⁴

  • allgemeines Krankheitsgefühl und Fieber⁴

Unbehandelt kann eine Gonokokken-Infektion verschiedene gesundheitliche Probleme nach sich ziehen.

Aufsteigende Infektionen (Beckenentzündung, PID):

  • Entzündungen der Gebärmutter oder Eileiter¹ ³

  • seltener auch Entzündungen der Eierstöcke oder des Bauchfells – dabei können sich Abszesse im Becken bilden¹

  • die Infektion kann sich auf das gesamte Becken ausbreiten (PID)³

  • dadurch erhöhtes Risiko für Unfruchtbarkeit, Eileiterschwangerschaften und dauerhafte Unterbauchschmerzen¹ ³ ⁴

In der Schwangerschaft:

  • erhöhtes Risiko für Frühgeburten, Fehlgeburten, niedriges Geburtsgewicht¹ ³

  • Neugeborene können sich während der Geburt anstecken, z. B. mit Bindehaut- oder Racheninfektionen¹ ³

Weitere mögliche Komplikationen:

  • Entzündung der Bartholin-Drüsen am Scheideneingang, manchmal mit Abszessbildung¹

  • in seltenen Fällen Entzündung der Leberkapsel, die starke Schmerzen im rechten Oberbauch verursacht (Fitz-Hugh-Curtis-Syndrom)¹

Aufsteigende Infektionen:

  • Entzündung der Prostata (Prostatitis)¹ ³

  • Entzündung der Nebenhoden (Epididymitis)¹ ³

  • Entzündung der Samenbläschen (Vesikulitis)³

  • Entzündung des Samenstrangs (Funikulitis)³

Langfristig möglich:

  • Einschränkung der Fruchtbarkeit bis hin zur Unfruchtbarkeit¹ ² ³ ⁴

Der Nachweis einer Gonokokken-Infektion erfolgt durch den direkten Nachweis der Bakterien. Dafür eignen sich Abstriche aus der Harnröhre, dem Vaginalbereich, dem Rachen oder dem Enddarm. Am zuverlässigsten sind moderne Nukleinsäure-Tests (PCR). Sie erkennen die Bakterien auch dann, wenn keine Beschwerden auftreten.¹ ³

Bei Symptomen oder konkretem Verdacht auf Gonorrhoe können die Kosten in der Regel über die Krankenkasse abgerechnet werden. Viele Aidshilfen, Gesundheitsämter oder Checkpoints bieten ebenfalls Tests an, die oft anonym und mit Beratung durchgeführt werden.⁵

Eine Gonokokken-Infektion muss immer behandelt werden. Das ist wichtig, um die Beschwerden zu lindern, aber auch um Spätfolgen zu vermeiden und eine Ansteckung anderer zu verhindern.

Sexualpartner:innen müssen ebenfalls behandelt werden. Andernfalls besteht das Risiko, sich gegenseitig immer wieder anzustecken. Während der Behandlung und bis der Arzt Entwarnung gibt, sollte auf Sex verzichtet werden. Eine Kontrolluntersuchung nach einigen Wochen stellt sicher, dass die Infektion wirklich vollständig ausgeheilt ist. Das ist besonders wichtig, falls es sich um Keime handelt, die nicht auf gängige Medikamente ansprechen.² ⁵

Tripper kann zuverlässig mit Antibiotika behandelt werden. Meist reicht eine einmalige Gabe durch die Ärztin oder den Arzt aus, manchmal wird die Behandlung mit einem zweiten Medikament kombiniert. Ob eine einfache oder kombinierte Therapie notwendig ist, hängt von deiner Situation ab und wird medizinisch entschieden.² ³ ⁵

Da Gonokokken zunehmend Resistenzen entwickeln, ist es wichtig, dass die Medikamente genau nach Vorschrift eingenommen werden und die Behandlung nicht eigenmächtig abgebrochen wird. Bei nachgewiesenen Resistenzen können auch andere Antibiotika eingesetzt werden.² ⁵

Ja, eine Infektion mit Tripper (Gonorrhoe) kann mit der richtigen Antibiotikabehandlung vollständig geheilt werden.² ⁵ In den meisten Fällen wird ein Antibiotikum verabreicht.² Wichtig ist, dass du die Medikamente genau nach Vorschrift einnimmst und die Behandlung nicht vorzeitig beendest, da die Bakterien sonst resistent werden können.⁵

Während der Therapie und bis zur ärztlichen Entwarnung solltest du auf Sex verzichten.² ⁵ Wenn du ungeschützten vaginalen oder analen Verkehr mit einer infizierten Person hast, kannst du dich erneut anstecken.

Am besten schützt du dich, indem du beim Vaginal- und Analverkehr Kondome oder Femidome verwendest. So lässt sich das Risiko einer Ansteckung deutlich verringern. Achte auch beim gemeinsamen Benutzen von Sexspielzeug darauf. Verwende für jede:n Partner:in und jede neue Körperöffnung ein frisches Kondom oder reinige das Spielzeug gründlich mit Wasser und Seife.⁵

Die Inkubationszeit, also die Zeit zwischen Ansteckung und Auftreten der ersten Beschwerden, beträgt bei Tripper in der Regel 1 bis 14 Tage.³

Solange die Infektion besteht, können Betroffene andere anstecken, selbst wenn keine Symptome sichtbar sind. In der Regel gilt man 24 Stunden nach Beginn einer wirksamen Antibiotikabehandlung nicht mehr als ansteckend.³

Für die Abklärung und Behandlung einer Geschlechtskrankheit kannst du dich an folgende Stellen wenden:

  • Fachärztin oder Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten

  • Fachärztin oder Facharzt für Gynäkologie

  • Fachärztin oder Facharzt für Urologie

Bei Symptomen oder konkretem Verdacht übernimmt die Krankenkasse die Kosten. Viele Aidshilfen, Gesundheitsämter oder Checkpoints bieten ebenfalls Tests an – oft anonym und mit Beratung.

  1. AWMF Leitlinienregister. (o. D.). https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/059-004

  2. Tripper: Symptome, Schutz und Behandlung von Gonorrhoe. (o. D.). Helios Gesundheit. https://www.helios-gesundheit.de/magazin/news/03/tripper/

  3. Gonorrhö (Tripper). (2025, 21. Mai). RKI2024. https://www.rki.de/DE/Aktuelles/Publikationen/RKI-Ratgeber/Ratgeber/Ratgeber_Gonorrhoe.html

  4. Gonorrhö. (2025, 17. Juni). USZ. https://www.usz.ch/krankheit/gonorrhoe/

  5. Tripper (Gonorrhoe): Übertragung, Schutz, Symptome und Behandlung. (o. D.). Deutsche Aidshilfe. https://www.aidshilfe.de/de/tripper-gonorrhoe#:~:text=Der%20Tripper%20ist%20eine%20der,nennt%20(lateinisch%20Neisseria%20gonorrhoeae

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