Trichomoniasis ist eine weltweit verbreitete, sexuell übertragbare Infektion. Sie wird durch einen winzigen Parasiten, die Trichomonaden, verursacht. Die Infektion kann Entzündungen im Genitalbereich und in den Harnwegen auslösen. Auch wenn sie meist als harmlos gilt, sollte man sie dennoch ernst nehmen.¹ ² Hier findest du alle wichtigen Infos rund um eine Infektion mit Trichomonaden.

Es gibt zahlreiche Erreger, die beim Sex oder intimen Handlungen übertragen werden können. Der erste Schritt zur Prävention ist, offen darüber zu sprechen. Ein Test kann Klarheit bringen und bei einem positiven Befund zur entsprechenden Therapie beitragen.

Trichomonaden werden vor allem durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Eine Ansteckung ist grundsätzlich auch beim Oral- oder Analsex, beim Petting oder durch gemeinsam genutztes Sexspielzeug möglich.⁵

Über Toiletten oder geteilite Handtücher ist eine Infektion so gut wie ausgeschlossen, da die Parasiten außerhalb des Körpers schnell absterben.⁵

Auch während der Geburt können Schwangere die Erreger an ihr Kind weitergeben. Das kommt selten vor, und die möglichen Folgen für das Neugeborene sind bisher noch nicht eindeutig geklärt.⁵

Trichomonaden gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Infektionen weltweit. Besonders oft sind junge Frauen zwischen 16 und 35 Jahren betroffen. Auch wenn Männer sich infizieren können, zeigen sie meist keine Symptome. Dennoch können symptomfreie Männer die Infektion an ihre Partner:innen weitergeben.⁵

Disclaimer: Die in diesem Teilabschnitt verwendeten Wörter „Frau“ und „Mann“ beziehen sich auf das Vorhandensein von weiblichen bzw. männlichen Geschlechtsorganen.

Eine Infektion mit Trichomonaden zeigt sich oft nicht sofort. Bei Frauen bleibt die Erkrankung in 85 % der Fälle zunächst symptomfrei. Bei Männern sind es sogar rund 77 %.

Das Tückische daran: Auch wenn anfangs keine Beschwerden auftreten, können bei der Hälfte der Frauen innerhalb von sechs Monaten trotzdem noch Symptome entwickelt werden.³

  • ungewöhnlicher, gelb- bis grünlicher, manchmal schaumiger und unangenehm riechender Ausfluss

  • Juckreiz oder Rötung im Intimbereich

  • Brennen oder Schmerzen beim Wasserlassen

  • Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

  • Schmerzen im Unterbauch

  • kleine Rötungen oder Verletzungen an Vulva und Gebärmutterhals

  • in seltenen Fällen: eine auffällige Veränderung am Gebärmutterhals, auch „Erdbeerhals“ genannt

  • Ausfluss aus der Harnröhre

  • Schmerzen oder Brennen beim Wasserlassen und beim Geschlechtsverkehr

  • schaumiger oder eitriger Harnröhrenausfluss, vor allem am Morgen

  • seltener: Entzündungen wie Prostatitis oder Nebenhodenentzündung

Unbehandelt kann eine Infektion mit Trichomonaden zu verschiedenen gesundheitlichen Folgen führen. Außerdem steigt das Risiko, sich mit HIV oder anderen Geschlechtskrankheiten wie Chlamydien und Gonorrhö (Tripper) anzustecken. Zudem besteht ein Zusammenhang mit bakterieller Vaginose und einem erhöhten Risiko für Gebärmutterhalskrebs.³

  • Infektionen der Bartholin- oder Skene-Drüsen

  • erhöhtes Risiko für Beckenentzündungen (vor allem bei HIV-Infizierten)

  • mögliche Komplikationen in der Schwangerschaft (z.B. Frühgeburt oder niedriges Geburtsgewicht

  • selten: Übertragung auf das Neugeborene

  • Entzündung der Harnröhre (Urethritis)

  • Entzündung des Nebenhodens (Epididymitis)

  • Entzündung der Prostata (Prostatitis)

  • Eingeschränkte Beweglichkeit der Spermien, was die Fruchtbarkeit beeinträchtigen kann

Am zuverlässigsten wird Trichomonas vaginalis mit modernen Nukleinsäure-Amplifikationstests (PCR) nachgewiesen. Diese Tests suchen gezielt nach dem Erbgut des Erregers und sind sehr genau – in über 95 % der Fälle. Praktisch: Sie können oft mit derselben Probe wie ein Chlamydien- oder Gonorrhoe-Test durchgeführt werden.³ Generell gilt: eine Geschlechtskrankheit kommt selten allein.

Daneben gibt es inzwischen Schnelltests, die direkt in der Praxis angewendet werden. Sie liefern innerhalb von Minuten bis wenigen Stunden ein Ergebnis. Diese Tests sind vor allem für Frauen zugelassen und ermöglichen eine schnelle Diagnose und Behandlung.³

Bei Symptomen oder konkretem Verdacht auf Trichomonaden können die Kosten in der Regel über die Krankenkasse abgerechnet werden. Viele Aidshilfen, Gesundheitsämter oder Checkpoints bieten ebenfalls Tests an, die oft anonym und mit Beratung durchgeführt werden.

Eine Trichomoniasis sollte immer behandelt werden – nicht nur, um die Beschwerden zu lindern, sondern auch um Folgeprobleme und die Weitergabe an Sexualpartner zu verhindern. Die Sexualpartnerin oder der Sexualpartner muss mitbehandelt werden.

Trichomoniasis lässt sich gut mit Antibiotika behandeln. Bei Frauen hat sich gezeigt, dass eine mehrtägige Behandlung besonders wirksam ist, weil sie das Risiko für erneute Infektionen senkt. Männer bekommen in der Regel eine Einmaltherapie.³

Für Schwangere gilt die Behandlung als sicher. Stillende Frauen können ebenfalls therapiert werden, sollten jedoch für kurze Zeit eine Pause beim Stillen einlegen.³

Ja. Eine Infektion mit Trichomonaden kann mit bestimmten Antibiotika wirksam behandelt werden. Wichtig ist, dass du die Medikamente genau nach ärztlicher Anweisung einnimmst und deine Sexualpartner:innen ebenfalls untersucht und gegebenenfalls mitbehandelt werden. Nur so lässt sich verhindern, dass du dich erneut ansteckst.³

Du solltest bis mindestens sieben Tage nach Beginn der Behandlung auf sexuelle Aktivitäten verzichten.⁵ Du kannst dich erneut anstecken, wenn du ungeschützten vaginalen oder analen Verkehr mit einer infizierten Person hast.

Das Verwenden von Kondomen ist die effektivste Maßnahme, um das Infektionsrisiko beim Geschlechtsverkehr zu senken. Dies ist vor allem bei wechselnden Sexualpartner:innen sehr wichtig.⁵

Nein. Eine durchgemachte Infektion mit Trichomonaden schützt dich nicht davor, dich erneut anzustecken. Auch wenn du die Infektion schon einmal hattest und behandelt wurdest, kannst du dich jederzeit wieder infizieren – zum Beispiel beim ungeschützten Sex mit einer infizierten Person. Deshalb ist es wichtig, beim Geschlechtsverkehr Kondome zu benutzen und auch deine Sexualpartner:innen mitbehandeln zu lassen, um eine erneute Ansteckung zu vermeiden.⁵

Für die Abklärung und Behandlung einer Geschlechtskrankheit kannst du dich an folgende Stellen wenden:

  • Fachärztin oder Facharzt für Haut- und Geschlechtskrankheiten

  • Fachärztin oder Facharzt für Gynäkologie

  • Fachärztin oder Facharzt für Urologie

  • Gesundheitsamt

  • Beratungsstellen für sexuell übertragbare Erkrankungen

  1. Antwerpes, F., Braatz, C., König, S., Ostendorf, N. & Römer, G. (2024, 21. März). Trichomoniasis. DocCheck Flexikon. Abgerufen am 20. August 2025, von https://flexikon.doccheck.com/de/Trichomoniasis

  2. Trichomonaden-Infektion (Trichomoniasis). (o. D.). Gesundheitsportal. https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/immunsystem/geschlechtskrankheiten/trichomonas-vaginalis.html

  3. Kissinger, P. J., Gaydos, C. A., Seña, A. C., McClelland, R. S., Soper, D., Secor, W. E., Legendre, D., Workowski, K. A. & Muzny, C. A. (2022). Diagnosis and Management of Trichomonas vaginalis: Summary of Evidence Reviewed for the 2021 Centers for Disease Control and Prevention Sexually Transmitted Infections Treatment Guidelines. Clinical Infectious Diseases, 74(Supplement_2), S152–S161. https://doi.org/10.1093/cid/ciac030

  4. Trichomonas – DSTIG. (o. D.). https://www.dstig.de/std-sti/trichomonas-vaginalis/

  5. Trichomonaden-Infektion (Trichomoniasis). (o. D.-b). Gesundheitsportal. https://www.gesundheit.gv.at/krankheiten/immunsystem/geschlechtskrankheiten/trichomonas-vaginalis.html#wie-werden-trichomonaden-uebertragen

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